Bruderschaft II, § 585

Urusvati weiß, dass Verletzung der Disziplin die besten Vorhaben zugrunde richten kann. Glaubt nicht, ein solcher Wurm sei leicht wahrzunehmen. Selbst beste Mitarbeiter fallen oft in einen solchen ungeordneten Zustand. Über Disziplin zu sprechen ist nahezu unmöglich. In vielen Fällen sind die Menschen bereits bei der geringsten Andeutung auf ihr zerstörerisches Verhalten tief gekränkt. Leichter ist es, über Unordnung zu sprechen, da die Menschen diesem Begriff keine so tiefgehende Bedeutung beimessen. Verletzung von Disziplin ist jedoch Disharmonie, anders gesagt, ein äußerst schädlicher Zustand. Die Menschen können die nützlichsten Bücher lesen, doch irgendein äußerer Umstand kann eine überaus disharmonische Kakophonie auslösen. Menschliche Vereinigungen befinden sich in der Gefahr, durch unbedachte Erscheinungen von Unordnung zu scheitern. Selten stimmen die Menschen zu, dass sie an solchem Schaden schuld sind. Ihnen scheint es, als seien sie für das Wohl tätig, doch verhindern sie tatsächlich die besten, tiefgründigen Entwicklungen. Die Menschen sind fortwährend der Auffassung, Disziplin sei ihr ureigenstes Anliegen, doch welche Disziplin ist es denn, wenn die Menschen eine nützliche Entwicklung zerstören? Harmonie ist nicht augenblicklich herzustellen; man muss alle auf den Dienst an der Harmonie gerichteten Bemühungen hüten. Die Harmonie gleicht einem scheuen Vogel, den man schwerlich wieder herbeilocken kann, wenn er erst einmal verscheucht ist. Gleichfalls muss man darüber nachdenken, wie sehr Disharmonie den Führern schadet. Daran wird oft überhaupt nicht gedacht. Der Denker warnte: ‘Tragt keinen Schaden herbei, weder gedanklich noch durch Taten, denn es ist leicht, ein kostbares Gefäß zu zerschlagen. Haltet euch oft die Notwendigkeit wahrer Harmonie vor Augen.’

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