Bruderschaft II, § 550

Urusvati weiß, dass Besitzergreifer vor allem nicht die Gegenwart eines großen Vorrates an psychischer Energie ertragen. Sie prallen wie Pfeile von diesem festen Schild ab. Umso stärker wird ihre Bosheit sein, und Besessene handeln dann im Hass sogar gegen ihren eigenen Nutzen. Man kann oft beobachten, wie Besessene allem gesunden Menschenverstand zuwider handeln, nur um Böses zu vollziehen. Man muss verstehen, wie viele solcher Übeltaten es gibt, die vollbracht werden, um den unsichtbaren Übeltäter zu befriedigen. Die Menschen nennen sie Dämonen, doch einfacher ist es, sie als Abschaum zu bezeichnen. Man darf nicht meinen, für Besessenheit bedürfe es irgendwelcher mächtiger Dämonen. Jeder irdische Verbrecher wird in der Folge unausbleiblich danach streben, von einem anderen Besitz zu ergreifen um dadurch seinen unausgelebten und nicht überwundenen Hass zu nähren. Man muss begreifen, dass nicht allein Kleinmütige, sondern auch alle, die sich dem Zweifel hingeben, leicht zu Opfern von Besitzergreifern werden. Bei einer solchen Erkrankung weiß der Mensch selbst nicht, was er tut, und Außenstehende sind über die rasche Persönlichkeitsveränderung erstaunt. Es wird jedoch eine Zeit kommen, da wissenschaftliche Apparate die Bewusstseinsspaltung solch gefährlicher Kranken aufzeigen werden. Viele historische Ereignisse spielten sich unter dem Einfluss von Besessenheit ab – vergessen wir dies nicht. Der Denker sprach: ‘Manchmal scheint es, als würden anstelle der Archonten irgendwelche Gespenster reden, die die bluthaltige Nahrung lieben.’

‹ § 549 · Inhaltsverzeichnis · § 551 ›