Bruderschaft II, § 53

Urusvati ist sich der Bedeutung der Volkskunst tief bewusst. Wir richten Unsere Gedanken auf die von Uns bevorzugten Gemeinschaftsprojekte und auf die Volkskunst. Es ist an der Zeit zu verstehen, dass die Volkskunst eine begeisterte Bestätigung der Würde sein wird. Wir finden, neben allen anderen Arbeiten, die Zeit, um vielfältiges künstlerisches Schaffen anzuregen. Nicht nur die Künstler, die sich der Kunst gänzlich gewidmet haben, sondern das gesamte Volk muss seine Gedanken dem künstlerischen Schaffen zuwenden. Möge der Alltag durch die Hände der Familie künstlerisch gestaltet werden. Möge die freie Zeit mit künstlerischem Tun erfüllt werden, und möge das Volk singen. In Chören ist die erhabene Kraft der Harmonie enthalten. Die Schulen müssen unbedingt in allen Künsten unterrichten. Man darf dies nicht gewaltsam tun, doch jeder Anfänger ist bereits fähig, die Schönheit der Kunst zu spüren. Es wäre ein Fehler, wenn nur eine bestimmte Klasse von Künstlern sich daran machte, künstlerisch tätig zu sein und ihre Früchte mechanisch vervielfältigt würden. Solche Mechanisierung hilft dem Volk nicht. Jeder sollte es versuchen, dem künstlerischen Schaffen zu dienen, auch wenn es nur ein Anfang wäre. Möge das Volk den Sport des künstlerischen Schaffens lieben lernen, da der Marathon des künstlerischen Schaffens unvergleichlich bedeutender ist als der Marathon der Läufer. Man wird fragen, ob Wir Unsere Wohnstatt schön gestalten. Wahrhaftig, Wir tun es. Jeder von Uns war einmal ein Künstler. Man kann in sich selbst aus dem Kelch der Aufspeicherung beliebigen Vorrat künstlerischen Schaffens hervorrufen und ihn in den verschiedenen Bereichen der Kunst ausdrücken. Wenn die Menschen lernten, ihre vergangenen Leben in besonnener Weise zu erkennen, so könnten sie jeden Nutzen aus der früheren Erfahrung gewinnen. Doch die Menschen sind nicht imstande, von ihren früheren Errungenschaften vernünftigen Gebrauch zu machen. Solch einfache Wahrheit erfordert einen mühsamen Aneignungsprozess. So ist es unmöglich zu beschreiben, wie man mittels des Gedankens künstlerisch schaffen kann. Die Menschen glauben nicht, dass Saiten unter den Strömen des Denkens erklingen können. Sie werden nicht glauben, dass trockene Farben sich unter dem Druck des Denkens zu harmonischen Gestaltungen organisieren können. Indessen wissen die Menschen, welche Zeichnungen ein Rhythmus im Sand gestalten kann. Die Menschen betrachten mit Freude Frostblumen. Die Menschen wundern sich nicht, wenn Saiten unter feinen Rhythmen erklingen. Doch das Denken bringt stärkste Rhythmen hervor, und in solchen Schwingungen kann man künstlerisch schaffen. Haltet Uns nicht für Magier und Zauberer, wenn ihr von Spiegeln erfahrt. Gerade diese Konzentration des Denkens fixiert Gestaltungen. So muss man vor allem das Denken verfeinern.

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