Bruderschaft II, § 522

Urusvati kennt die Freude über die Universale Gerechtigkeit. Die Bezeichnungen für dieses Gesetz bei den Völkern sind vielfältig. Jedes Volk nannte es auf seine Weise: Karma, Moira, Fatum, Kismet. So verstanden die Menschen das Schicksal. Die einen nahmen es in freudiger Weise wahr, die anderen in trauriger, doch niemand verneinte die Existenz des Gesetzes, das im gesamten Kosmos in Erscheinung tritt. Die Vernunft dieses Bewegers weist auf den geordneten Aufbau des Weltalls hin. Einzelne Glaubensbekenntnisse versuchten, den tiefen Sinn der kosmischen Gerechtigkeit zu beseitigen, fielen dadurch jedoch selbst in bitterste Verirrung. Es lässt sich beobachten, wie jene, die sich gegen die Wahrheit erhoben, ihre Bedeutung verloren, gleichzeitig aber diejenigen Erfolg davontrugen, die die Offenbarung des kosmischen Gesetzes verehrten. Wenn wir die Geschichte der Völker und einzelner Tatmenschen betrachten, werden wir sehen, dass die Universale Gerechtigkeit schön ist. Lasst uns nicht bei Hinweisen auf einen Racheakt dieses Gesetzes verweilen, denn einen solchen Zwang kennt es nicht. Im Gegenteil, aus dem Karmagesetz entspringt Zweckmäßigkeit, die die Waage der Gerechtigkeit bestimmt. Erneut nehmen wir die Binde von den Augen der Themis herab. Gerechtigkeit muss klarsehend und weitblickend sein. Lasst uns die kosmischen Ereignisse nicht fürchten, sondern würdig, als Wirkung des erhabenen Gesetzes, aufnehmen. Bei aufmerksamer Einstellung werden wir uns davon überzeugen, dass die Folgen ihre Ursachen hatten. Der Denker legte den Mitbürgern nahe, das gegenwärtige Geschehen aufmerksam zu betrachten, um dessen Ursachen finden zu können.

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