Bruderschaft II, § 520

Urusvati weiß, wie eilig sich bisweilen irdische Ereignisse bilden, sogar außerhalb menschlichen Verstehens. Man muss darüber nachdenken, ob solche Prozesse sich allein auf der Erde vollziehen können. Solche Ereignisse bezeugen, dass Überirdisches in Erscheinung tritt. Wahrlich, man kann sich von dem Vorhandensein überirdischer Wirklichkeit überzeugen, wenn man das Geschehen auf der Erde beobachtet. Doch die Menschen neigen dazu, die Ereignisse für zufällige Verkettungen von Einzelelementen zu halten. Sie möchten die Gegenwart einer überirdischen Vernunft nicht zulassen, obwohl bereits die Weisheit des Altertums die erhabene Vernunft – den Nous – kannte. Ein solches Denken erlaubte seinerzeit, die irdischen Ereignisse in ein Gleichgewicht zu bringen, nun jedoch, ungeachtet der wissenschaftlichen Erfolge, ist die Philosophie in einem bedeutenden Maße zurückgeblieben. Die Philosophie hat dadurch viel Elend hervorgerufen, was darin zum Ausdruck kommt, dass die Menschen keine vernünftige Lösung mehr zu finden vermögen. Man kann daran erinnern, dass ein gewisser Regent sich vor einer Entscheidung in die Einsamkeit entfernte, um wenigstens für einen Tag ohne den Druck alltäglichen Ungemachs zu sein. Man kann das Denken auf eine herangereifte Frage konzentrieren, doch noch besser lässt man es in die überirdische Welt gehen; es wird durch die Macht überirdischer Kraft gestärkt zurückkehren. Möge der Mensch es lernen, sich an die überirdische Welt zu wenden. Die irdischen Ereignisse beweisen jedoch, dass die Menschen die Verbindung mit der Quelle der Macht nicht wünschen. Das große Maß an Unglück stürzt die Massen in Verzweiflung, doch selbst im Elend sind die Menschen nicht bereit, die Hilfe anzunehmen. Der Denker wies oft darauf hin: ‘Ergebt euch nicht der Verzweiflung, denn so lehnt ihr nur die Hilfe ab.’

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