Urusvati weiß, dass Ruhe ein relativer Begriff ist. Wir weisen auf die Unerlässlichkeit hin, Ruhe zu bewahren, wissen jedoch, dass dies selbst bei gutem Willen nur bis zu einem bestimmten Grad erreicht werden kann. Doch wenn ein Mensch sich die Notwendigkeit der Ruhe immer wieder vor Augen hält, vermag er sie trotzdem in gewissem Maße zu erlangen. Lasst uns den Menschen nicht vorwerfen, dass sie die Bedeutung einer ärztlich verordneten Ruhe nicht begreifen. Unter Ruhe verstehen sie mitunter völlige Untätigkeit und Gedankenlosigkeit, doch muss Ruhe als Harmonie des Denkens erkannt werden. Einsiedler könnten gefragt werden, wie sie das Gleichgewicht erreichen. Sie werden erklären, dass der Gedanke an die Zweckmäßigkeit des Weltalls die beste Hinführung zur Ruhe ist. Die Menschen können feststellen, in welch weitem Maße sich zurückliegende Sorgen nach einigen Jahren als nichtig erweisen; auf diese Weise erkennen wir einen Prüfstein. Hierbei erweist sich, dass viele groß scheinende Ereignisse ihre ganze Bedeutung verloren haben, kleine Wendungen in der Entwicklung jedoch Bedeutung erlangen können. Sie werden im Gedächtnis der Menschheit bewahrt, da das Bewusstsein seine eigenen, tiefliegenden Maßstäbe besitzt. Ein Arzt bestätigte, dass er in einigen Fällen düsterer Verzweiflung eine entgegengesetzte Taktik anwende. Wenn der Kranke beteuere, dass alle gegen ihn seien, füge der Arzt hinzu: ‘Nun vergessen Sie nicht die Möglichkeit von Erdbeben; bei einer solchen Katastrophe werden sämtliche menschlichen Winkelzüge nichtig.’ So muss man auch über die Ruhe nachdenken. Es kann sowohl beständige Ruhe als auch beständige Unrast geben. Unmöglich ist es jedoch, bei ständiger Ruhelosigkeit voranzuschreiten, und Begeisterung kann nicht denjenigen ergreifen, dessen sich Unruhe bemächtigt hat. Der Denker sprach: ‘Ein unruhiger Mensch gleicht einem Sack voller Nussschalen.’