Urusvati weiß, dass jedes Korn Wahrheit wohlwollend aufgenommen werden muss, ohne Unterschied, woher die Wahrheit kommt. Sie kann in einer beliebigen Sprache formuliert werden. Sie kann mit den Gewändern jedes Jahrhunderts bekleidet sein. Sie kann in unterschiedlichen Umständen verkündet werden. Es gibt keine alte, noch gibt es eine neue Wahrheit. Wer kann verbürgen, dass eine bestimmte Wahrheit nicht bereits auf einem verschwundenen Kontinent verkündet wurde? Die einen Verkünder zeichneten sich durch eine hohe Gelehrsamkeit aus, während andere sogar Analphabeten waren und dennoch Säer der Wahrheit. Weshalb erinnern Wir daran? Es treten Menschen auf, die sich der Wahrheit bemächtigen und versichern, allein über sie könne die Wahrheit offenbart werden. Es ist jedoch Zeit, daran zu erinnern, dass der Weg der Wahrheit weitgefasst ist. Ihr Haupthindernis ist die Unduldsamkeit. Glauben jene Usurpatoren etwa, dass ihr Gebäude fest stehe? Je mehr Duldsamkeit und Wohlwollen herrschen, desto fester ist die Grundlage. Jeder Schritt der Wahrheit ist auf das Gemeinwohl gerichtet, und dieses wird der Maßstab sein. Man wird fragen: ‘Wo ist denn die Liebe, die Stütze der Welt?’ Kann aber das Gemeinwohl etwa ohne die Liebe existieren? Überhaupt möge weniger Verurteilung, sondern mehr Aufmerksamkeit herrschen. Lasst uns sehen, in welchen Gewändern die Wahrheit in verschiedenen Jahrhunderten in Erscheinung trat. Einmal nackt, doch dann wieder auch in prunkvollem Gewand. Leider wird die bloße Wahrheit nicht immer angenommen. Wir sagen dies, damit die Tatmenschen die Wahrheit in weitem Maße verstehen. Wohlwollen muss man erziehen, dass es seine Aufrichtigkeit bewahre. Bei der irdischen Verwirrung ist es schwer, echtes Wohlwollen zu finden, doch ohne Wohlwollen ist selbst eine einfache Belehrung nicht annehmbar. Daher ist das Gesagte nichts Abstraktes, sondern höchst lebenswichtige Realität. Der Denker lehrte: ‘Der Erfolgreiche zeichnet sich durch Wohlwollen aus.’