Urusvati weiß, dass der Begriff des Annehmens klar festgelegt werden muss. Viele meinen, Annehmen sei das Übernehmen entgegengesetzter Argumente. Indessen bedeutet Annehmen das Verstehen innerer Beweggründe. In mitfühlender Weise kann man dann die Beweggründe verstehen, die einen Gesprächspartner lenken, doch wäre es falsch, wenn man dadurch gleich von seinen eigenen, lange durchdachten Überzeugungen abwiche. Annehmen besitzt Ähnlichkeit mit Mitgefühl. Es lässt sich beobachten, dass Widerspenstige in Irrtümer verfallen und gegen ihren eigenen Nutzen handeln. Wie behutsam jedoch muss man sie daher zu überzeugen versuchen! Überdies muss man sich des alten Sprichwortes erinnern: ‘Über Geschmack soll man nicht streiten.’ Man kann die karmischen Ursachen solcher Wunschbilder erkennen. Man kann die Spuren des Atavismus sehen, doch es ist unmöglich, die Aufspeicherungen von Neigungen schnell auszumerzen. Denkt nicht, dass Wir hier nur auf klar hervortretende Gewohnheiten, von welchen die Menschen beherrscht werden, hinwiesen. Im vorliegenden Fall spreche Ich von den Wunschbildern, die bei weitem tiefer liegen als Gewohnheiten. Ebenso schwer ist es, Wunschvorstellungen eines Menschen in Abrede zu stellen, die ihn von ihn Umgebenden unterscheiden, jedoch in sich nichts Abstoßendes enthalten. Man könnte hier Disharmonien erkennen, doch nicht jedes Ohr ist fähig, diese wahrzunehmen. Der Denker lehrte: ‘Lernt es, das Herz so sehr zu erweitern, dass es fremden Schmerz wahrzunehmen vermag. Dann werdet ihr auch das tröstende Wort finden.’