Bruderschaft II, § 469

Urusvati weiß, dass die Vorstellungskraft durch Eindrücke aus der Wirklichkeit entsteht. Wenn ein Mensch Beobachtungsgabe und Beweglichkeit in sich entwickelt, so sammelt er in seinem Kelch Lebensschätze an, die seine zukünftige Existenz umgestalten werden. Vergessen wir jedoch nicht, dass man unter Vorstellungskraft auch noch andere Erscheinungen verstehen kann. Der Mensch vermag auch die Wirklichkeit der Feinstofflichen Welt widerzuspiegeln, die in einem bestimmten Moment vor ihm ersteht. Dieses halten die Menschen jedoch überhaupt nicht für möglich. Sie vergessen dabei die endlose Vielfalt der Feinstofflichen Welt. Diese Welt beeinflusst den Menschen ständig, und empfängliche Organismen vermögen, ihrer Entwicklung entsprechend, vieles in den überirdischen Sphären Geschaffene wahrzunehmen. Die Menschen sollten allerdings solche Wahrnehmungen nicht allein ihrer eigenen Fähigkeit zuschreiben, denn es kann dabei unsichtbare Helfer geben. Auf solche Weise kann die Vorstellungskraft ein überaus kompliziertes Zusammentreffen vieler Bedingungen sein. Ihr wisst bereits, wie wichtig die Entwicklung der Vorstellungskraft im irdischen Leben ist. Viele verstehen gar nicht, was Vorstellungsvermögen bedeutet. Sie werden bekunden, keinerlei hervorrufbare Bilder in sich zu tragen. Sie werden sagen, dass allein Künstler Phantasie besäßen, anständige Bürger jedoch sich solcher Leichtfertigkeiten zu enthalten hätten. Sie verstehen nicht, dass das Vorstellungsvermögen ein zum Schönen geöffnetes Fenster ist und dadurch das Leben vervollkommnet. Wenn aber die Wissenschaft die Menschheit zu gesundem Urteilsvermögen bewegt haben wird, dann kann man auch das Wissen auf eine neue Grundlage stellen. Jede Erscheinung erfordert wissenschaftliche Erforschung, doch wenn selbst der Wissenschaftler ohne Vorstellungskraft ist, wie wird er dann wissenschaftliche Apparate nutzen können? Lasst uns erkennen, dass das gesamte Leben aus einer Reihe bemerkenswertester wissenschaftlicher Fakten besteht. Doch man muss sie auch erkennen. Es ist gut, dass man die Wirkungsweise der Mikroorganismen verstehen gelernt hat, doch hat man die psychischen Erscheinungen vergessen, die in machtvoller Weise rettend oder zerstörend sein können. Man muss diesen Aspekt des Lebens auf wissenschaftlicher Basis verstehen. Unsere Türme basieren allein auf der Erkenntnis der Natur. Der Denker wusste, dass Evolution möglich ist, wenn Erkenntnis und Wissen Allgemeingut werden und die Festung klaren Vorstellungsvermögens wissenschaftlich begründet wird.

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