Bruderschaft II, § 460

Urusvati weiß, dass die Überfüllung des Raumes gefährliche Folgen zeitigen kann. Fassen wir diese Ermahnung rein wissenschaftlich auf. Man sollte wissen, dass sogar die Überschneidung von Radiowellen räumliche Verwirrung schafft. Noch größere Unruhe entsteht jedoch aus unmittelbaren menschlichen Aufschreien. Psychiater sollten ihre Aufmerksamkeit auf psychische Epidemien lenken. Es muss erforscht werden, bei welchen psychischen Massenerscheinungen entsprechende Wirkungen auftreten. Die Entstehung psychischer Epidemien darf nicht nur der Besessenheit zugeschrieben werden. Doch kann natürlich ein von räumlichen Giften belasteter Organismus leicht auch Besessenheit aufnehmen. Achtet auf das Wort ‘Vergiftung.’ Es bringt das Wesen der Epidemien besonders gut zum Ausdruck. Die Ärzte müssen verstehen, wie der Chemismus zustande kommt, der sich im Zustand des Organismus widerspiegelt. Hierbei ist besonders wichtig zu studieren, welche Massenbewegungen diese Erkrankung am meisten begünstigen. Es wird erkennbar, dass nicht selten größte Explosionen weniger gefährlich sind als die sogenannte Erregung der Gemüter. Vergessen wir nicht, dass es Zeiten geben kann, die schlimmer als Krieg sind. Wenn Wir daran erinnern, haben Wir die Vergiftung des Raumes im Blick. Bei jeder Erregung werden Gase gebildet, doch menschliche Verwirrung kann ein sehr starkes Gift erzeugen, und niemand denkt daran, dass die Menschen selbst die Zerstörung schaffen. Die Zeit, als man noch von einer abstrakten Psychologie des Menschen sprach, ist vorbei. Nun aber hat man begriffen, dass die Psyche das wirklichkeitsnaheste Laboratorium ist, in dem Gifte hergestellt werden. Es könnten darin jedoch ebensogut auch wohltuende Heilmittel geschaffen werden. Man muss nur das Denken dem Guten zuwenden. Der Denker drängte die Bürger, im Guten zu handeln, auf dass jede Lebenstätigkeit ein Heilmittel würde.

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