Bruderschaft II, § 459

Urusvati weiß, wie sehr Menschen es vorziehen, zu den fernen Welten zu streben, statt sich um die irdische Situation zu kümmern. Die Ursache ist klar: Die fernen Welten scheinen den Erdbewohnern ohne Verantwortung zu sein, die Verpflichtung für das irdische Leben aber wirft viele Sorgen auf. Niemand oder fast niemand möchte verstehen, dass sich die Realität der fernen Welten nur demjenigen eröffnet, der die irdischen Bedingungen trägt. Ohne klare Erkenntnis der irdischen Aufgabe ist es unmöglich, in überirdische Räume vorzustoßen. Allein über irdische Vervollkommnung erweisen wir uns für Reisen in ferne Welten als geeignet. Wenn wir vom Überirdischen sprechen, müssen wir vor allem unserer irdischen Lage zustimmen. Wiederum betone Ich, dass nicht in rechter Weise zum Überirdischen streben kann, wer nicht auch fähig ist, an das Irdische zu denken. Glaubt nicht, dass gerade die Leser der gesandten Vermächtnisse diese auch im Leben anzuwenden in der Lage sind. Doch lasst uns deswegen nicht betrübt sein; jeder, der viele irdische Wege durchschritten hat, weiß, wie sich seine Erfahrung zusammengesetzt hat. Er, der sich vieles zu eigen machte, wird sich barmherzig den Irrenden zuwenden. Man darf nicht vergessen, dass wir uns bei jedem irdischen Inerscheinungtreten in Bezug auf bestimmte Fähigkeiten vervollkommnen, während viele andere Aufspeicherungen gewissermaßen im Zustand der Vergessenheit bleiben. Daher wundern sich die Menschen nicht selten, wenn sie sehen, dass jemand sich in bestimmter Beziehung erfolgreich entwickelt und in anderer schläft. Erst in der Feinstofflichen Welt flammen auch die anderen Aufspeicherungen auf, allerdings auch die Fehler. So sagte der Denker oftmals, um jemanden zu rechtfertigen: ‘Wissen wir, was in seinem Busen ruht?’

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