Bruderschaft II, § 439

Urusvati weiß, wie oft es nötig ist, selbst die verständlichsten Unserer Weisungen zu erklären. So wurde gesagt, dass der Schüler die Energie des Lehrers nicht übermäßig beanspruchen dürfe. Jemand fand hierin bereits einen Widerspruch zu der Weisung über das Gespräch mit dem Lehrer. Ist es jedoch nicht möglich zu verstehen, dass die Überbeanspruchung von Energie mit einem Gespräch nichts gemein hat? Das Gespräch schließt keine Bitte in sich ein, denn es erweitert allein das Bewusstsein. Jede Erweiterung bedeutet jedoch schon ein Wachstum von Energie. Nicht nur, dass die Erweiterung die Energie des Lehrers nicht überbeansprucht, unterstützt sie im Gegenteil eine Stärkung Seiner Aura, die für den Schüler so segensreich ist. Doch kann jemand nicht verstehen, dass ein Schüler den Lehrer mit Bitten nicht belasten sollte? Der Schüler weiß hinreichend, dass alles, was möglich ist, auch gegeben wird. Er versteht, in welcher ständigen Anspannung sich der Lehrer befindet, wenn Er unermüdlich Seine Energie sendet. Jemand nimmt an, dass ein Gespräch allein in Bitten bestehe. Vielleicht haben einzelne angenommene Bittgebete die Völker daran gewöhnt, von der Gottheit nur irdisches Wohl zu fordern. Dieser Irrtum betrifft auch die gesamte Schülerschaft. Die Menschen hören auf, nach Erleuchtung zu streben, und führen die Verbindung mit dem Höchsten nur um der Vermehrung ihrer irdischen Güter willen. Auf solche Weise muss man klarstellen, dass die Lehre des Lebens keine Widersprüche enthalten kann. Möge, wer nicht versteht, fragen und sich dessen vergewissern, dass die Lehre das Leben in all seinen Bereichen kennt. Möge man sich daran erinnern, dass der ergebene Schüler sich in einem einzigen, gemeinsamen Energiestrom mit dem Lehrer in Verbindung setzt. Der Denker wies darauf hin, wie sehr die Menschen ihre Kräfte vermehren könnten, wenn sie sich in einen einzigen, gemeinsamen Energiestrom vertieften.

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