Bruderschaft II, § 426

Urusvati weiß, dass viele die Schönheit der Feinstofflichen Welt nicht aufzunehmen vermögen. Wenn die Menschen das Phänomen der Schönheit nur mit Mühe und allein in groben Gedankenverbindungen verstehen können, werden sie sich inmitten feinstofflicher Harmonie wie im Nebel befinden. Sind es etwa viele, die sich der wunderbaren Schönheit der Welt zu erfreuen vermögen? Wird die Sphärenmusik für ein von den irdischen Kakophonien zerrissenes Ohr denn nicht als monoton erscheinen? Die Menschen werden die Harmonie der höheren Sphären verstehen, sobald sie, auch wenn es nur bis zu einem bestimmten Grade sein sollte, die besten irdischen Verbindungen aufnehmen. Schon in alten Zeiten haben die Menschen geglaubt, dass die Feinstoffliche Welt finster, nebelhaft und kalt sei. Diese Vorstellung aber kann sich nur auf die niederen Sphären und auf jene beziehen, die die Feinstoffliche Welt blind und taub durchschritten haben. Daher bestehen Wir so sehr auf der Verfeinerung der menschlichen Natur. Nur wer in der irdischen Hülle das Chaos überwunden hat, vermag die Schönheit der Feinstofflichen Welt aufzunehmen. Die Menschen können die erhabensten Worte vernehmen, ohne sie dann im Leben anzuwenden. Wir haben von der Erziehung gesprochen, doch in ihr nimmt die Erziehung zur Aufnahme der Schönheit den ersten Rang ein. Der Mensch muss der Schönheit angehören. Er kann sie in jedem Sonnenstrahl erblicken. Er kann die Schönheit in den Tonverbindungen aufnehmen. Der Mensch kann sich nicht mit seiner Armseligkeit rechtfertigen, denn der Kosmos ist für Reiche wie Arme gleichermaßen geöffnet. Mögen jedoch die irdischen Lehrer die Fähigkeit zur Aufnahme der Schönheit in den Schülern entwickeln können. Der Denker sprach: ‘Wer die Wege der Schönheit nicht kennt, wird nicht den Mut besitzen, sich den Göttlichen Höhen zuzuwenden.’

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