Urusvati weiß, dass es verschiedene Arten von Vergessenheit gibt. Sehr gut wäre es, wenn ein Mensch schädlichen Plunder vergessen könnte, Bosheit und Rachsucht zum Beispiel, die seine Vervollkommnung so sehr unterbinden. Doch eine solche Vergesslichkeit ist selten. In der Regel verhält es sich so, dass der Mensch sich an die nützlichsten Belehrungen nicht erinnern möchte. Sie stören seine Gewohnheiten und nötigen ihn, sich anzustrengen. Mit welchen Maßnahmen aber kann man Verantwortung und Pflicht im Gedächtnis behalten? Ich sage – durch Wiederholung. Die Menschen dulden allerdings auch keine unangenehmen Wiederholungen. Indessen bedürfen sie gerade unaufhörlicher Ermahnungen. Es ist schwierig, an etwas zu erinnern, ohne sich zu wiederholen. Hierin haben Wir eine lange Schule durchlaufen. Wir können fast dasselbe sagen und doch jedes Mal etwas bisher nicht Gesagtes hinzufügen. Mitunter kann eine einzige Anmerkung einem ganzen Satz eine völlig neue Bedeutung verleihen. Man muss es lernen, die Spirale der Einführung nützlicher Prinzipien beharrlich fortzusetzen. Die Faulenzer werden fragen, ob es sich denn lohne, so viel an einer Sache zu arbeiten, die dann doch in Vergessenheit gerät. Diese Widerspruchsgeister wissen nichts von der Anfüllung des Raumes. Der Raum kann nämlich von solchem Denken erfüllt werden, dass die Menschen dadurch eine Wirkung ohne Worte erfahren. Auf solche Weise wandelt sich die persönliche in eine räumliche Arbeit. Und sie wird nicht ermüden, da es Ermüdung bei räumlicher Arbeit nicht gibt. Ein Lehrer muss den Schüler davon überzeugen, wieviel Freude sich bei der Arbeit zur Anfüllung des Raumes einstellt. Die Zuhörer müssen gar keine Zeichen von Vergessenheit zeigen, denn über ihnen lebt der Raum, und jeder nützliche Gedanke wird in ihm wie eine herrliche Blume erblühen. Der Denker sprach: ‘Lasst uns Gärtner sein und die Blumen der Ewigkeit zum Erblühen bringen!’