Bruderschaft II, § 406

Urusvati weiß, dass das Pralaya eine planmäßige und unausweichliche Erscheinung ist. Der hellste Tag wird von der Nacht abgelöst. Wachen und Arbeit sind vom Schlaf gefolgt. Gesammelte Schätze werden an geheimem Ort verwahrt, um in verwandelter Weise neu in Erscheinung zu treten. Man kann solche Wechsel nicht nur bei großen kosmischen Vorgängen beobachten, sondern auch im Leben jedes Tages. Nehmen wir als Beispiel den Wechsel der Kulturen. Das Auftreten einer neuen Kultur scheint auf der Vernichtung früherer Errungenschaften aufzubauen. Allein bei aufmerksamem Studium kann man sich davon überzeugen, dass die Samenkörner menschlicher Arbeit nicht fruchtlos blieben, sondern beizeiten in umgewandelter Form wieder auftraten. Viele lebendige Beispiele ließen sich anführen, wie etwas scheinbar vernichtet wurde, dessen Zerfall jedoch nur einer erneuten Wiedergeburt diente. Möge das Wissen von Unseren Türmen als Beispiel dienen: Die Menschheit schien sich ihnen zu nähern, um darauf Unsere Existenz nahezu vollständig zu vergessen. Solche Wellen erfolgen nicht zufällig. Jeder Begriff, jede Erscheinung hat ihr Pralaya. Nur diese Wechsel bilden die Spirale der Erkenntnis. Ebenso verhält es sich mit den Perioden des Schaffens. Weise wissen, dass jede Arbeit ihr Pralaya hat. Lasst uns den Faulpelzen keine Hoffnung machen, sie werden ihre Rechtfertigungen schon selbst finden. Doch Wir sprechen von erleuchteten Arbeitern. In ihren Herzen werden sie verstehen, wann Ebbe herrscht, die bereits eine neue Schaffensflut ankündigt. Der Denker lehrte die Menschen, die Gezeiten des Schaffens zu verstehen. Er sprach: ‘Das menschliche Meer hat seine Wechsel der Energie. Empfangen wir die Gaben der Musen!’

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