Bruderschaft II, § 40

Urusvati nimmt in ihrem Herzen alle Ereignisse der Welt wahr. Alle Handlungen lassen sich in herzliche und herzlose einteilen. Solch eine Einteilung muss besonders jetzt der Menschheit in Erinnerung gebracht werden. Herzliches Wahrnehmen kann vereinigen, ungeachtet vieler Unterschiede. Herzlosigkeit jedoch bedeutet Vereinigung mit finsteren Kräften. Unter ihnen wird man keine Mitarbeiter der Bruderschaft finden. Erinnert man sich all der Wege Unserer Mitbrüder, so wird man nicht eine einzige herzlose Handlung finden. Die Erscheinung des flammenden Herzens führte Sie auf den Scheiterhaufen, an das Kreuz und zu allen von boshaften Unwissenden ersonnenen Qualen. Wir haben Uns nicht vom Leben entfernt. Wenn Wir Uns zeigten, unterschieden Wir Uns nicht von den übrigen Einwohnern. Ihr selbst könnt es bezeugen, dass Dschual Kul sich nicht von Lamas unterschied, als Er zu einer Begegnung mit euch erschien. Urusvati hat das Ungewöhnliche sofort gespürt, doch die äußere Erscheinung hätte ebenso dem Klostervorsteher zugeschrieben werden können. So tragen auch alle Mitbrüder und Mitarbeiter ein gewöhnliches irdisches Äußeres. Doch sogar unter der Bedingtheit des Äußeren wird die Herzlichkeit aus jedem Blick und jedem Lächeln hervorschimmern. Mag man diese Eigenschaft der Herzlichkeit auch mit einem anderen, mehr wissenschaftlichen Namen bezeichnen wollen, so wünschen Wir jedoch, dass Unsere Gemeinschaft mit einem besonders menschlichen Blick betrachtet wird. In Büchern kann man einige sehr feierliche Betitelungen für Uns finden. Man kann über Manus und Bodhisattwas lesen, doch vergessen wir nicht, einige Völker verlangen nach solchen Titel. Wir sind Diener des Lichts und beachten den hierarchischen Aufbau. Der erste Aufruf wird der nach Vervollkommnung sein, aber nicht der nach standesgerechten Titel. Diese Bezeichnungen oder ‘standesgerechten Titel’ dürfen nicht in jenem irdischen Sinn verstanden werden, in welchem die Menschen alle Arten von Rangunterschieden lieben. Wir dienen der unbegrenzten Hierarchie. Wir fassen Führerschaft nicht als Auszeichnung auf, sondern als unanfechtbare Notwendigkeit. Solch eine Verantwortung möge als Grundstein zu allen menschlichen Gemeinschaften gelegt werden. Wir messen Titel keine Bedeutung bei, da Wir im Wechsel des Lebens eine Vielzahl von Titel in den verschiedensten Sprachen trugen. Viele Namen sind vollständig aus dem Gedächtnis der Menschheit verschwunden. Wer vermag die prachtvollen Gebieter von Atlantis zu nennen? Nur unter den Sümpfen von Zajdam kann man bisweilen eine Spiegelung glänzender, ehemaliger Städte sehen. Urusvati erinnert sich dieser Bauten und des großen Stieres. Möge man sich ins Gedächtnis rufen, dass Wir in Unseren Inkarnationen die Erinnerung an die bedeutendsten Ereignisse bewahrt und sie in den Archiven der Bruderschaft festgehalten haben. Wer sich eine Vorstellung von Unserem inneren Leben bilden will, der möge nicht müßig sein, sondern sich mit vielen Einzelheiten bekanntmachen, aus denen das Statut Unserer Gemeinschaft besteht.

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