Bruderschaft II, § 386

Urusvati weiß vom guten Rhythmus oder dem sogenannten natürlichen Yoga. In den Vermächtnissen des Goldenen Weges Buddhas, in der Ethik Platons, in den Grundlagen Ägyptens lassen sich Unterweisungen über einen Yoga finden, der mit dem irdischen Leben verbunden ist. Besonders jetzt muss man die Aufmerksamkeit auf eine natürliche Entwicklung der psychischen Energie lenken. Man muss sie nicht nur studieren, sondern unbedingt auch im Leben anwenden. Natürlich, die psychische Energie arbeitet selbständig, doch nun spreche Ich über ihre bewusste Anwendung. Werdet nicht müde zu wiederholen, dass jeder einen offen verfügbaren Schatz besitzt und ihn auf gedanklichem Wege im gesamten Leben bei allem Tun hinzuziehen kann. Doch dafür ist es vor allem notwendig, den Denkprozess klar zu erkennen. Der Mensch denkt ununterbrochen, während des Schlafes und im Wachzustand, doch der eine Gedanke wird im Gehirn reflektiert, während der andere in der Tiefe des Bewusstseins verläuft. Gewöhnlich weiß der Mensch von dieser Tiefe nichts. Er erkennt nicht, dass die vielleicht wertvollsten Aufspeicherungen außerhalb des Gehirns erfolgen. Mögen die Menschen sich über das ununterbrochene Denken Rechenschaft ablegen. Es arbeitet wie ein Puls und schafft dabei einen guten Rhythmus. Diese Definition ist bezeichnend, da sie darauf hinweist, dass ein gesundes Denken auch gut sein wird. Solche unerlässliche Eigenschaft entfacht ein heilsames inneres Feuer. Urusvati weiß, wie man in die dunklen Sphären der Feinstofflichen Welt heilsames Feuer bringt. Der feinstoffliche Körper ist dann wie ein mit Phosphor gefüllter Kelch. Man kann ein unerschöpfliches Licht aus ihm hervorrufen – dies ist ebenfalls ein guter Rhythmus. Wir lieben es, Sphären zu durchschreiten, die des Lichts bedürfen, und dort feurige Funken auszustreuen. So kann auch jeder Mensch in jedem beliebigen Zustand eine Quelle des Lichts sein. Der Denker sprach: ‘Das Gute ist das Licht.’

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