Bruderschaft II, § 374

Urusvati weiß, dass die Suche nach den Grundursachen jedem denkenden Menschen eigen ist. Die einen nähern sich dabei auf feinere, die anderen auf eine eher grobe Weise, doch niemand entgeht dem Weg des Suchens. Man schickt sich jedoch an, Höheres zu erforschen, ohne die nächstliegenden Ursachen studiert zu haben. Man hält sich gar nicht vor Augen, dass der Mensch auch die alltäglichen Erscheinungen gut verstehen muss. Wer in der Lage ist, die Ursachen alltäglichster Ereignisse zu erkennen, vermag auch höher zu schauen. Die Betrachtung der Ursachen alltäglicher Geschehnisse verfeinert das Bewusstsein. Es ist aufschlussreich zu sehen, wie ganze Ereignisse durch einen einzigen Ausruf oder Blick zerstört werden, ohne dass die Anwesenden darauf aufmerksam würden und sich hinterher an die anfänglichen Ursachen erinnerten. So beschränken Wir Uns bei Gedankensendungen mitunter auf ein einziges Wort. Die Kürze der Andeutung weist auf eine wichtige Ursache hin, doch nicht alle Empfänger achten auf solche Zeichen. In beständiger Übung muss man seine Aufmerksamkeit schärfen, und dies umso mehr, als Ursache und Wirkung oft durch eine lange Frist voneinander getrennt sind. Genausowenig achtet man allgemein auf die Zementierung des Raumes. Man wird fragen, weshalb man nahezu identische Gedanken aussenden solle. Mit diesen jedoch füllen Wir den Raum an. Es ist noch zu wenig, nur einen Entschluss zu fassen, notwendig ist es auch, um diesen Entschluss herum eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen, was eine lange Arbeit erfordert. Mögen die Menschen verstehen, dass ihre Vorhaben von einem Schutzgewebe umhüllt sein müssen. Vieles wird leichter werden, wenn man sich solchem ruhigen Denken fortwährender Bekräftigung des Vorhabens zuwendet. Der Denker sprach: ‘Ein Vorhaben ist wie ein Schwert ohne Scheide, dessen Klinge jeder schartig machen kann, aber mit einer Schutzhülle versehen, wird es seine Schärfe bewahren.’

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