Urusvati weiß, dass mit jeder Generation eine Veränderung der Weltanschauung einhergeht. Dies vermögen nur wenige zu begreifen, da es nur sehr selten gelingt, eine ganze Generation in ihrem Entwicklungsverlauf zu beobachten. Es erfolgen sogar viele Veränderungen, und die Menschen haben es sich nicht angewöhnen können, ihre Aufmerksamkeit auf das junge Denken zu richten. Indem sie die alten, überlebten Lehrbücher weitergeben, meinen sie, auch ihre überlebte Weltsicht in der jungen Generation veranlagen zu können. Doch das junge Denken entwickelt sich auf eigenen Wegen. Alle zwanzig Jahre bereits wechseln die Maßstäbe einer Generation. Solch eine Einteilung muss man sich merken, da man anderenfalls inmitten früherer Ungerechtigkeiten zurückbleiben wird. Vergegenwärtigen wir uns die in einem gewissen Land aufgekommene Feindschaft. In diesem Hass leben die Menschen dort ein Vierteljahrhundert und übertragen ihre eigene feindschaftliche Beziehung auch auf die folgende Generation. Wird das gerecht sein? Die ursprünglich Verfeindeten sind fort, existieren nicht mehr, die junge Generation denkt in neuen Kategorien, und niemand sollte ernstlich wünschen, ihr die früheren, überlebten Begriffe aufzuzwingen. Man muss die Generationsfristen sehr genau beachten, um nicht in Ungerechtigkeit zu verfallen. Mögen die äußeren Lebensbedingungen sich auch nicht völlig ändern, der Lebenssinn jedoch wird nicht von äußeren Bedingungen bestimmt, sondern von den in den jungen Menschen heranwachsenden inneren Bestrebungen. Ihr versteht, dass Ich wirklichkeitsbezogen spreche. So beobachte Ich ein bestimmtes Volk, in dem eine neue Weltsicht heranwächst, dem man jedoch die überlebten Begriffe früherer Generationen aufzuzwingen versucht. Zufällige kurzsichtige Beobachter erzählen die verworrensten Geschichten, so dass man sie fragen möchte, von welcher Generation sie ihre eigenen Urteile entlehnt haben. Man muss streng unterscheiden, woher die verwendeten Urteile entlehnt wurden, um nicht die Jungen für die Fehltritte der schon nicht mehr Existierenden verantwortlich zu machen. Es ist schwer, ein klares Urteil zu finden, doch umso notwendiger ist es, alle Ursachen und Wirkungen gut zu erkennen und zu verstehen. Der Denker stellte den Gesprächsteilnehmern des öfteren die Frage: ‘Von wem sprecht ihr – vom Sohn, vom Vater oder vom Großvater?’