Bruderschaft II, § 352

Urusvati weiß, dass der Einschlafende den Augenblick des Einsinkens in den Schlaf nicht zu erkennen vermag und darüber hinaus auch nicht sofort träumen oder am Leben der Feinstofflichen Welt teilnehmen kann. Es vollzieht sich eine Art Übergang in einen neuen Zustand, der Anpassung erfordert, aber nicht in Worten beschreibbar ist. So verhält es sich ebenfalls mit allen Berührungen mit der Feinstofflichen Welt. Solche Berührungen sind bei weitem zahlreicher, als gemeinhin angenommen wird. Die Menschen beklagen sich über eine unzureichende Verbindung mit der Feinstofflichen Welt, doch könnten sie jeden Tag in der Phase des Wachzustandes Augenblicke eines besonderen Zustandes bemerken. Dieser kann sich in der Empfindung einer gewissen Abwesenheit wie auch in der Wahrnehmung von Anwesenheit Unsichtbarer äußern. Mögen die Menschen sich zur Aufmerksamkeit erziehen, so werden sie viele üblicherweise unerklärliche Erscheinungen spüren und sehen. Hierbei ist keine besondere Konzentration erforderlich, da feinstoffliche Wahrnehmungen unerwartet eintreten. Sie erfordern gerade solche Bedingungen, die man unmöglich künstlich herstellen kann. Ihr wisst, dass die bemerkenswertesten Erscheinungen in gewöhnlichsten Umständen vor sich gehen. Es lässt sich nicht vorhersagen, welche irdischen Umstände feinstoffliche Erscheinungen begünstigen könnten. Man muss nur das Bewusstsein in sich festigen, dass in jedem Augenblick etwas Überirdisches herangetragen werden kann. Doch bei der Entwicklung einer solchen Aufmerksamkeit darf man die irdische Arbeit nicht vernachlässigen. Wir bestehen auf der irdischen Arbeit. Der Denker sprach: ‘Freund, bist du für die unerwartete Heranführung an die leuchtende Sphäre etwa nicht bereit?’

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