Urusvati weiß, dass die Harmonie des Lebens die Gefühle des Menschen verfeinert. So braucht man also nur die Harmonie herzustellen, und unter ihrem Einfluss wird sich alles verfeinern und emporentwickeln. Das scheint einfach zu sein. Die Menschen werden in äußeren Erscheinungen suchen, das eigentliche Wesen der Dinge jedoch übersehen. Der Wilde lebt in bester Naturumgebung, kann jedoch weit von der Harmonie entfernt sein. Der Städter ist von alltäglicher Hast erdrückt und kann an Harmonie gar nicht denken. Sogar der feinsinnige Philosoph ist erstickt von der Sorge um den Verdienst. So erweist sich das Grundlegendste als vergessen. Die Menschen verstehen nicht, dass der Weg zur Harmonie in der Kunst des Denkens besteht. Viele Betrachtungen sind notwendig, um das Wohl der Harmonie zu spüren. Doch gerade die Kunst des Denkens vermag die Gefühle zu verfeinern. Wie aber zu solcher Kunst finden? Man kann überzeugt sein, dass der Analphabet sie dereinst beherrschte, während der noch so Belesene sich nicht einmal vorzustellen vermag, worin solche Kunst besteht. Wie soll man dem Menschen von der Kunst des Denkens erzählen? Viele fassen diesen Rat als missglückten Aphorismus auf. Wie soll man ihnen sagen, dass Unsere Weltanschauung auf dem Denken in die Unbegrenztheit gegründet ist? Bei solcher Aufgabenstellung erscheinen die irdischen Maßstäbe als unwichtig und leicht zu bewältigen. Man braucht den Begriff der Harmonie nicht zu fürchten, er ist auf alle Lebensformen anwendbar. Jeder Mensch kann in sich die Wahrnehmung von Harmonie hervorrufen. Diesen Zustand kann man mit verschiedenen Namen belegen, doch sollte der Mensch verstehen, dass es ihm beschieden ist, sich früher oder später zur Wahrnehmung der Harmonie weiterzuentwickeln, zu einer Harmonie, die auf der Kunst des Denkens beruht. Der Denker lehrte Seine Schüler, sich als Künstler zu empfinden – so könnten sie neue Aspekte der Harmonie schaffen.