Bruderschaft II, § 326

Urusvati weiß, dass Bildung die Grobheit ausmerzen muss. Dazu muss man sich Unser Verständnis von Grobheit zu eigen machen. Man kann sich einen sehr kundigen Gelehrten vorstellen, der trotz seines Wissens ein grober Mensch geblieben ist. Daran wird sichtbar, dass formales Wissen nicht von Grobheit befreit, was dann keinerlei feinstoffliche Wahrnehmungen zulässt. Die Wissenschaft der Zukunft erfordert jedoch Verfeinerung, anderenfalls kann sie nicht der Synthese dienen. Ein Lehrer muss Achtung vor den anderen Wissenschaftsbereichen haben, worauf er von den ersten Schuljahren an vorbereitet werden muss. Fragt einen Menschen, was er unter Grobheit versteht. Er wird obszöne Rede, Schmähung und Dreistigkeit nennen. Das jedoch sind nur einige Abarten der Grobheit, deren Grundlage für die Mehrheit unbemerkt bleibt. Wer mit feinstofflichen Energien in Berührung kommt, wird dagegen verstehen, dass Grobheit in der Zerstörung alles Feinen besteht. So sollten die Menschen verstehen, dass Grobheit nicht mit Höflichkeit überdeckt oder kuriert werden kann. Man kann auf überaus höfliche Grobiane treffen, die niemals erkennen werden, dass sie der Grobheit schuldig sein könnten. Man wird fragen, ob ein Buch über gutes Benehmen in der Lehre des Lebens etwa keinen Platz fände. Aber sicherlich gehört es dazu, und es ist notwendig, die Feinheit im Verständnisvermögen anzunehmen, umso das Bewusstsein zu verfeinern. Hier sprechen Wir über etwas, das mit menschlichen Worten kaum zu sagen ist. Viele Grundlagen sind nicht in Worte zu fassen, sondern müssen erfühlt werden. Solch schweigendes Verstehen wie wortlose Übereinstimmungen stellen die Verbindung zu zukünftigen Errungenschaften dar. Nicht Worte, sondern Gefühle bleiben im Gedächtnis und bilden die Grundlage der Evolution. Ein im Fühlen verfeinerter Mensch wird daher nicht grob sein. Der Denker sprach: ‘Lernt es zu fühlen, da man sonst denken wird, eure Haut sei aus Schweinsleder.’

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