Bruderschaft II, § 324

Urusvati weiß, dass der Mensch im Alltagsleben erkannt werden kann. Biographen nehmen fälschlicherweise an, dass man den Wert eines Tatmenschen anhand seiner außergewöhnlichen und besonderen Bekundungen charakterisieren könne, was zu vielen Beschreibungen führt, die nicht den wahren Menschen zeigen. Möge man die Tatmenschen inmitten ihrer gewohnten Arbeit studieren, inmitten ihrer Nächsten, inmitten ihres Denkens und ihrer Träume. Vielfach fanden Tatmenschen inmitten ihrer öffentlichen Auftritte ihren Ausdruck, ihre Augen blitzten, und mächtig floss ihre Rede. Ein völlig anderes Gesicht offenbarten sie jedoch inmitten des Alltäglichen. Wir schätzen vor allem die Errungenschaft der Harmonie inmitten des Alltagslebens. Ein großer Teil des Lebens verläuft inmitten der Bedingungen des Alltags, und man muss einen Menschen daraufhin beobachten, wie er die alltäglichen Prüfungen besteht. Vermag er zu Hause Harmonie zu wahren, kann er den kleinen Gereiztheiten widerstehen, ist er in der Lage, Langeweile zu vermeiden? Dem Alltagsleben liegen viele verborgene Bedingungen zugrunde, doch man muss in ihnen jene Freude finden, die zum überirdischen Dasein führt. Mögen die Menschen daran denken, ihre Würde inmitten des Alltags aufzubauen; solche Errungenschaft wird beständig sein. Wir freuen Uns, wenn ihr Harmonie des Lebens erreicht habt, und jeder Tag ist bereits ein Stein dieses Gebäudes. Lernt es, die Arbeit zu lieben, denn sie wandelt die Zeit um. Wäre Unser Leben etwa vorstellbar, wenn der Alltag nicht von Harmonie erfüllt wäre? Weder Tage noch Jahre, sondern eine geordnete Abfolge von Arbeitsfreuden – allein dieser Zustand der Begeisterung verleiht die Kraft zu leben, ohne die Zeit wahrzunehmen. Es gibt bei Uns jedoch auch andere Freuden, die für jeden Arbeitsamen erreichbar sein können. Die Arbeitsanspannung lässt einen der Sphärenmusik näherkommen, doch gewöhnlich bemerken die Menschen noch nicht einmal ihre Anfänge. So lehrte der Denker, wie unerwartet der Raum erklingt: ‘Wann das überirdische Klingen erreichbar wird, ist nicht nach menschlichem Ermessen zu bestimmen.’

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