Urusvati weiß, dass räumliche Ströme bisweilen derart gegensätzlich sein können, dass sogar der Lebenspuls eine Zeitlang stillstehen kann. Sogar über unzweifelhaft Lebendigem kann sich das Zeichen des Todes einstellen. Diese Erscheinung kann sich noch verstärken, so dass bestimmte Menschen erkranken oder nervliche Erschütterungen erfahren. Es wird sichtbar, wie kompliziert die Umstände dann sind. In solchen Fällen weisen Wir auf besondere Vorsicht hin, doch wird solcher Rat selten angenommen. Die Menschen fassen Vorsicht als Untätigkeit auf, gehen aber nicht davon aus, dass Wir in Tagen größter Anspannungen am allerwenigsten zur Untätigkeit raten. Wir überdecken das Zusammenprallen der Ströme mit äußerst verstärkter Tätigkeit. Dies mag äußerlich nicht immer sichtbar sein, doch Wir sorgen Uns nicht um die äußere Erscheinung. Der Lehrer muss die innere Energie organisieren und schärfen, um damit die Anspannung durchstehen zu helfen. Kann es Vorsicht ohne gute Beobachtung geben? Selbst Beobachtung kann von zweierlei Art sein. Wir rufen aus: Vorsicht! Und der Mensch beginnt, um sich zu schauen. Gewöhnlich aber sieht er alles in Bezug auf sich selbst, echte Beobachtung muss sich indessen auf alles Existierende erstrecken. Kann der Mensch behaupten, dass ihn nichts berührt habe? Kann man davon ausgehen, dass die Naturerscheinungen in allen Jahrhunderten identisch wären? Kann man annehmen, dass sich das menschliche Denken im Verlauf von Jahrtausenden nicht geändert hätte? Allein innerhalb eines einzigen Jahrhunderts schon verändern sich das Denken und die Sprache. Es lässt sich bestätigen, dass sich in Perioden besonderer Anspannungen auch die Lebenserscheinungen schnell entwickeln. Dann ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Wie soll man die Menschen zu solcher Wachsamkeit erziehen? Es sind weniger töricht als duckmäuserisch denkende Menschen, die nicht verstehen, was von ihnen gefordert wird, wenn Wir davon sprechen, dass Beobachtung notwendigerweise mit Vorsicht verbunden sein muss. Sie werden sich über Uns beklagen, wobei sie vergessen, dass jeder Mensch beobachten können muss. Der Denker sprach: ‘Ist es möglich, dass ich etwas nicht richtig beobachtet habe? Ist vielleicht etwas passiert, das nicht wiedergutzumachen ist? Mögen meine Augen zur Scharfsichtigkeit finden.’