Bruderschaft II, § 296

Urusvati weiß von den Veränderungen des Horizontes. Selbst im Verlauf eines einzigen irdischen Lebens lassen sich verschiedene, vom irdischen Standpunkt aus unerklärliche Erscheinungen erkennen. Sogar mit den doch begrenzten Teleskopen kann man sich davon überzeugen, wie vielschichtig das Leben in der Unbegrenztheit ist. Die Menschen wollen die Möglichkeiten der Teleskope verbessern, doch sind solche Verbesserungen im Vergleich zu den astronomischen Ausmaßen nichtig. Es ist unerlässlich, gleichzeitig mit den Teleskopbeobachtungen auch Hellsehen mit einzusetzen. Auf solche Weise ließe sich die Aufmerksamkeit auf solche Bewegungen lenken, die der Teleskopbeobachtung entgehen. Es könnte gefragt werden, wie sich Astrologie mit unerwarteten Bewegungen am Horizont vereinbaren lassen. Wenn die Astrologie tatsächlich auf den Chemismus der Sterne gegründet ist, so muss auch jeder Himmelskörper auf die Erde einwirken. Und so ist es auch. Der erfahrene Astrologe sollte die Tatsache besonderer Einwirkungen zugeben, die von verschiedenen Umständen der jeweiligen Himmelskörper abhängen. Auf diese Weise muss man die Astrologie mit Teleskopbeobachtungen und Hellsehen vereinen. So muss auch auf allen Wissensgebieten vorgegangen werden. Oftmals bringen Gelehrte das Element der Intuition ein. Sie kann von weither herangeweht kommen oder aus der Tiefe des Bewusstseins aufsteigen. In beiden Fällen muss man der Intuition Gehör schenken, denn wo ließe sich eine Grenze zwischen ihr und dem Hellsehen ziehen? Man darf das Denken auf keinen Fall mit einer mechanischen Vorstellung von Handlungen begrenzen. Sogar bei gewöhnlichen teleskopischen Beobachtungen muss man sich erinnern, dass die menschlichen Augen sehr unterschiedlich arbeiten. Es lässt sich bestätigen, dass der Mensch jeden Tag anders sieht. Wir können den Horizont nur unter Beachtung dreier Bedingungen beobachten. In den Lehrbüchern muss man schon die jungen Menschen an die Vielschichtigkeit des Erkenntnisprozesses heranführen. Jene Lehrer, die mit Begrenzungen beginnen, tun nicht Recht. Der Denker sorgte sich vor langem schon um eine Erweiterung der Denkwege. Beschränkung ist der Philosophie entgegengesetzt.

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