Bruderschaft II, § 29

Urusvati weiß Unsere Hilfe zu schätzen. Wer etwas schätzt, geht auch behutsam damit um. Jede echte Zusammenarbeit erfordert vor allem Behutsamkeit. Man darf mit der Hierarchischen Zusammenarbeit nicht nach seiner zufälligen Stimmung verfahren. Aus Hochachtung muss man der Stimme des Älteren aufmerksames Gehör schenken. Sogar jene, die sich aus Unwissenheit Unsere Bruderschaft nicht vorstellen können, können dennoch ein Verständnis für die Existenz überirdischer Stimmen entwickeln. Wer sich Unsere Bruderschaft vergegenwärtigen kann, der sollte sich gegenüber Unserer Wohnstatt angemessen verhalten; er sollte verstehen, dass jedes leichtfertige Schwanken den Gedankenfluss des Lehrers stören muss. Jedes unwürdige Wort wird irgendetwas entstellen. Jeder zerrissene Faden bildet eine Schlinge. Es geht nicht um Einschüchterung, sondern allein um den Wunsch nach besten Errungenschaften. Es ist richtig, sich der uralten Weisheit Indiens zu erinnern, in der die Pflicht der höchsten Bestimmung des Menschen entsprach. In seiner tiefsten Wurzel ist der Begriff der Pflicht einheitlich, doch in seinen Differenzierungen erfährt er entsprechende Anwendung. Uns ist der Begriff des Lehrers heilig. Jeder von Uns hat einen Lehrer, und auf dieser Leiter gibt es unzählige Sprossen. Auch an der Spitze eines Planeten zu stehen bedeutet kein Ende. Und da es kein Ende geben kann, gründet darin Freude. Wenn man die unsagbaren Namen der höchsten Herrscher nennen wollte, so würde dies großen Schaden nach sich ziehen. Denn solcher Verrat könnte außerordentliche Folgen zeitigen. Es könnte sichtbare und unsichtbare Zerstörungen geben. Umso mehr muss man sich der Hierarchie gegenüber zu einer behutsamen Einstellung erziehen. Es hat eine Zeit gegeben, in der man es verstand, sich dem Begriff des Höchsten gegenüber würdig zu verhalten, doch heute wird das Große Dienen nicht verstanden. Zwar scheint es einerseits, dass sich die Feinstoffliche Welt der physischen annähert, andererseits auch, dass es bereits allzu viele Erwähnungen über Uns gibt, doch der finstere Abgrund wird immer tiefer. Sogar der Begriff des Lehrers ist in Zweifel gezogen worden. Nicht nur einmal habt ihr erfahren, dass Menschen, die genug über Uns wissen, höchst unanständig über die Bruderschaft gesprochen haben. In solchen Äußerungen ist Zerstörung enthalten. Man will Uns die Art und Weise der Hilfe vorschreiben, doch solch ein Zwang bewirkt eine Brechung der Ströme. Ein wirtschaftlich denkender Hausherr bedauert jede Verschwendung. Große Freude wäre bereits eingetreten, wenn diejenigen, die von der Hierarchie wissen, ihre Öllampen freiwillig dargebracht hätten. Freiwilligkeit ist Unsere treibende Kraft.

‹ § 28 · Inhaltsverzeichnis · § 30 ›