Bruderschaft II, § 284

Urusvati weiß, dass Spaltung des menschlichen Bewusstseins sehr häufig in Erscheinung tritt. Am einfachsten ist es, dies als Besessenheit zu bezeichnen, doch neben dieser kommen bisweilen auch Züge früherer Existenzen zum Ausdruck. Außerdem kann es sich noch um einen plötzlichen Blick in die Zukunft handeln, herausgerissen aus der Gegenwart, wie bei einer Autosuggestion. Lehrreich ist es auch zu beobachten, dass solche Gespaltenheit weitaus häufiger auftritt, als gemeinhin angenommen wird. Man darf sie nicht allein einem schlechten Charakter oder Gewohnheiten zuschreiben, sie ist wie eine zeitweise Verdunkelung des Bewusstseins. Einige Forscher vermuten, dass sich dann eine Berührung mit Wellen des Chaos vollzieht, die das Bewusstsein aus seinem Normalzustand herausstoßen. Unzweifelhaft besitzt solche Beobachtung ihre Grundlage. Die Menschen studieren ihren normalen Bewusstseinszustand zu wenig, um dann Abweichungen wahrnehmen zu können. Ohne Unterlass raten Wir dazu, das Bewusstsein der Menschen zu studieren, um jegliche Phase einer Abweichung zu erkennen. Man darf nicht annehmen, dass eine Erkrankung des physischen Organismus eine ständig schlechte Einwirkung auf das Bewusstsein hätte. Bisweilen wird gerade eine Krankheit die Quelle für ein höherentwickeltes Bewusstsein sein. Wir werden die verschiedenen Umstände, die unterschiedliche Bewusstseinszustände zum Ausdruck gelangen lassen, nicht aufzählen. Jetzt möchten Wir nur zeigen, dass die Spaltung des Bewusstseins eine überaus übliche, wenn auch unerwünschte Erscheinung ist. Sie ist umso schädlicher, je weniger Möglichkeiten es gibt, auf einen solchen Menschen einzuwirken, da jeder seiner Zustände besondere Methoden der Einflussnahme erfordert. Bisweilen ist die Bewusstseinsspaltung derart ausgeprägt, dass eine Einflussnahme gänzlich unmöglich wird. Jede Minute können Schwankungen erfolgen, und die Einflussnahme erweist sich als zwecklos und sogar schädlich. Wahrlich, der Mensch muss seine psychische Energie erforschen. Viele Versuche werden gemacht, doch die Folgen sind bis jetzt nicht wesentlich. Die Ursache liegt darin, dass die Forscher nur fragmentarisch beobachten und viele Erscheinungen ohne ihre Aufmerksamkeit ablaufen. Der Denker wies darauf hin, dass jede Beobachtung ohne Unterbrechung verlaufen müsse und dass die Menschen ihren persönlichen Einfluss nicht einbringen dürften.

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