Bruderschaft II, § 273

Urusvati weiß, dass der Egoismus einem rußgeschwärzten Glas gleicht. Es gibt jedoch mehrere Arten des Egoismus. Außer dem persönlichen Egoismus existieren auch der Familien- oder Sippenegoismus und gar ein Rassenegoismus. Man kann sich vorstellen, wieviel Entstellung der Wahrheit aus solchen Aufschichtungen vergifteter Gefühle entsteht! Nicht genug dessen existiert auch noch ein planetarer Egoismus. Kürzlich hörtet ihr, dass gewisse Gelehrte behaupteten, Leben gebe es allein auf der Erde. Sie gingen nicht nur von einer exklusiven Situation der Erde aus, sondern hatten auch keinerlei Gedanken an eine Existenz der Feinstofflichen Welt. Nun ergeht sich ein weiterer Gelehrter in der Anmaßung, dass es nirgendwo in der Unbegrenztheit weiteres Leben gebe und auch nicht geben könne. Es ist zu gering, eine solche Unwissenheit als Anmaßung zu bezeichnen. Allein gröbster Egoismus vermag solche unwissenden Urteile in die Welt zu setzen. Die Gelehrten machen noch nicht einmal den Anfang, alle in der Unbegrenztheit existierenden Bedingungen aufzuzeigen, urteilen aber auf der Grundlage ihrer äußerst begrenzten Beobachtungen über die gesamte Unbegrenztheit! Wahre Wissenschaft lehrt keine Begrenzung, und es ist besonders betrüblich, dass im Jahrhundert der Erweiterung des Denkens es derartige Anmaßungen geistig erstarrter Menschen geben kann. Anders kann man jene nicht bezeichnen, die mit ihren Äußerungen behaupten, dass selbst die Unbegrenztheit ihrem Urteil unterworfen sei. Sie tragen großen Schaden in die Welt, da sie die bereits veranlagte Entwicklung eines weitgefassten Denkens einengen. Auf der Erde werden sogenannte Phänomene bemerkt, ungewöhnliche menschliche Fähigkeiten entdeckt, man beobachtet sie, doch wenn verbietende Verneinung auftritt, wird ein Hindernis für die Evolution geschaffen. Wahrlich, der freie Wille kann verheerend wirken. Der Denker lehrte vom Verhängnis der Begrenzung.

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