Bruderschaft II, § 272

Urusvati weiß, dass Helden und Märtyrer die Völker formen. Was liegt Neues darin? Diese Wahrheit kannte man schon vor Pythagoras. Doch alle Wahrheit muss vor dem Antlitz der Wissenschaft überprüft werden – so sagen die Gelehrten, und sie haben Recht. Was also stellen Helden und Märtyrer dar? Im energetischen Sinne sind sie quasi menschliche Vulkane, die hochgespannte Energien ausstoßen. Wahrhaftig, solche Spannungen sind für die Evolution notwendig. Auf diese Weise gelangen wir wiederum zur Vereinigung von Ethik und Biologie. Die Lehre einer neuen Lebensauffassung zeigt auf, dass Enthusiasmus auch eine segensreiche Anspannung darstellt. Die Menschen können ohne diese sie führenden Ausbrüche gar nicht existieren. Wenn im Kosmos Explosionen schöpferische Impulse darstellen können, so sind auch auf der Ebene des Menschen Explosionen für die Evolution notwendig. Viele bezeichnen Helden und Märtyrer als Fanatiker, doch Wir lieben diese Definition nicht, da sie die beste Seite des Heldentums nur verdunkelt. Im Gegenteil, ein wahrer Held kennt die Selbstaufopferung. Er handelt nicht, um etwas zu schädigen, sondern um der besten Anwendung seiner Kräfte willen. Es ist nutzlos, gegen die Auffassung zu streiten, dass Märtyrer nicht mehr existierten. Andere meinen, solch ein Begriff gehöre überlebter Vergangenheit an. Dies ist nicht wahr. Ständig nimmt das Heldentum wie auch das Märtyrertum zu, nur geht es gänzlich in den Volksmassen unter und ist daher schwer erkennbar. Man darf es nicht nur einmal sagen: Die Völker schaffen einen völlig neuen Lebensrhythmus. Der Denker wusste, dass die Massen sich in echte Völker verwandeln und dann selbstaufopfernde Arbeit und Heldentat geschätzt werden würden.

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