Bruderschaft II, § 250

Urusvati weiß, dass oftmals ein äußerst kurzer, blitzartiger Gedanke wirksamer ist als eine lange Überlegung. Diese Wahrheit wird jedoch schlecht angenommen. Die Menschen meinen, gewaltsame Vertiefung könne wesentlich stärker sein als ein kurzer Gedanke. Sie vergessen, dass in solchen blitzartigen Gedanken eine höhere Wirkung zum Ausdruck kommen kann. Eine lange Überlegung hat gewöhnlich irgendeine irdische Ursache. Es lässt sich verfolgen, wie eine menschliche Überlegung feste Gestalt gewinnt, doch viel schwerer bestimmbar ist, woher ein flüchtiger Gedanke kommt, der umso schneller vorüberfliegt, als es der Mensch versäumt, ihn zu erkennen und in Worte zu fassen. Wir bedauern solche ehrenvollen Gedanken, die von Menschen abgelehnt wurden. Oftmals sind Wir die Quelle solcher Sendungen, doch gewöhnlich gehen sie spurlos verloren. Ebenso geschieht es, dass sie eine eigenmächtige Auslegung erfahren. Eine solche ungenaue Aneignung vermag die Feinheit des Gedankeninhaltes zu beeinflussen, können die Sendungen doch höchste Begriffe berühren. Von Uns geht eine fortwährende Sendung zum Nutzen der Menschheit aus. Wir haben Uns daran gewöhnt, dass die Empfänger häufig unverhofft sind, und so kommen die Gedanken in den verschiedenen Teilen der Welt zum Vorschein. Der Denker lehrte Seine Anhänger vor langer Zeit, ihre Aufmerksamkeit auf kurze, schnelle Gedanken zu richten. ‘Die Funken der Höchsten Vernunft durchdringen uns wie Blitze. Wohl dem, der sie in seinem Herzen bewahren kann. Gerade das Herz wird durch sie nicht verbrennen, doch das Gehirn kann durch sie in Asche verwandelt werden.’

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