Urusvati weiß – wer Wind sät, wird Sturm ernten. Doch wann dieser Sturm ausbrechen und wer dadurch niedergeworfen wird, darüber machen sich die Menschen keine Gedanken. Sie sprechen wiederholt von Karma und begrenzen es ihren eigenen Maßstäben gemäß, doch Karma wirkt in ansteigender Progression. Der festgesetzte Sturm wird viele mit sich fortreißen, und die gesamten Folgen werden über denjenigen hereinbrechen, der den Wind gesät hat. Wann aber fliegen die wütenden Folgen des Sturmes heran? Richtigerweise sagt man, dass der Zeitbegriff relativ zu verstehen ist. Nach irdischer Zeit ist daher die Ansammlung des Sturmes nicht zu ermessen. Eines aber bleibt unbezweifelbar: dass der Säer auch ernten wird. Die ansteigende Progression des Karmas lässt sich bei vielen historischen Taten beobachten. Wir raten, die Lebensbeschreibungen und Chroniken zu lesen. So kann man erkennen, wie Karma anwuchs und wie es hereinbrach, um das verletzte Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Menschen sind bisweilen geneigt, Karma als Strafe anzusehen, doch darf dieses erhabene Gesetz darauf nicht begrenzt werden. Das Gesetz wirkt im Namen des Gleichgewichts. Das Ausmaß der Gleichgewichtsverletzung kann nicht nach irdischen Maßstäben bestimmt werden. Nur von den höheren Ebenen aus ist sichtbar, wie ein Vergehen wuchert. Wir sprechen von einem Gifttropfen, doch ein einziges kleines Wort vermag wie ein starkes Gift zu wirken. Man kann nur bedauern, dass die Menschen nicht über ihre selbst ausgesprochenen Worte nachdenken. Der Evolutionsprozess der Menschheit vollzieht sich bereits über einen langen Zeitraum, doch die Qualität des menschlichen Denkens und der Worte hat sich nicht erhöht. Erinnern wir uns des hohen Denkens der indischen und griechischen Philosophen. Kann das zwanzigste Jahrhundert sich einer solchen Verfeinerung des Denkens rühmen? Der Denker sprach: ‘Gewiss hat jemand früher besser und tiefer nachgedacht als wir. Verlassen wir uns nicht darauf, am Ziel angekommen zu sein. Mögen unsere Unzulänglichkeiten Anlass zur Vervollkommnung sein.’