Urusvati weiß, welche Selbstbeherrschung notwendig ist, um auf ständiger Wacht sein zu können. Versucht, irgendjemanden zu fragen, ob er auf der Wacht stehen möchte, ohne abgelöst zu werden. Sicher wird er nach dem Ende der Wache fragen. Wenn ihr ihm aber sagt, dass es kein Ende geben und die Anspannung zunehmen wird, so wird ein Wächter schwerlich zu finden sein. Indessen befinden gerade Wir Uns auf ständiger Wacht. Wir haben Unser gesamtes Dasein auf den Zustand der Wache eingerichtet. Wir können Uns freuen und traurig sein, vermögen Erfahrungen zu sammeln und das Wissen zu vertiefen, ohne den Zustand der Wache zu verlassen. Es kann kein Ende dieses Zustandes geben. Wir erhalten die Wachsamkeit sowohl in der irdischen wie in der Feinstofflichen Welt ständig aufrecht. Wir können jedem Anklopfenden sagen, dass solch eine Aufgabe voll und ganz durchführbar ist, doch annehmen muss er sie freiwillig. Wir können viele Tatmenschen benennen, die solche Aufgabe annahmen und freudig ausführten, ja sogar den Giftkelch annahmen. Man kann den Philosophen Seneca nennen, der unter Nero zu leiden hatte, ohne dass sein Bewusstsein in Verwirrung geriet. Er trat das geistige Erbe des Denkers an und durchschritt die schwerste Epoche Roms, wobei er Vielen Vorbild war. Erörterungen über die Ethik waren besonders in solchen Tagen der Verwirrung der Religionen notwendig. Es mag sein, dass man über Seneca weniger als über den Denker weiß, doch die Bedeutung seiner Arbeit war groß. Er wollte einen Herrscher schaffen, doch sein Zögling erteilte ihm einen Schlag. Der Giftkelch zerstörte die Klarheit des Denkens des Philosophen nicht, und viele lernten durch ihn, wie man die Grenze des irdischen Lebens zu überschreiten hat. Wir verehren die Offenbarung solchen Geistes inmitten der Wirrnis von Unwissenheit und Stolz.