Bruderschaft II, § 237

Urusvati weiß, dass alle Teile des menschlichen Lebens sich in Harmonie miteinander befinden müssen. Doch dagegen werden sofort Einwände erhoben und sämtliche Unmäßigkeiten hervorgeholt, die im Leben genialer Menschen so oft bewiesen wurden. Allzu viel ist schon über diese Unmäßigkeiten geschrieben worden, und man hat sich sogar daran gewöhnt, Genies als unvernünftige Menschen anzusehen. Niemand aber fragt sich, um wieviel größer das Werk ohne die Unmäßigkeiten hätte werden können. Man kann als Beispiel die Verbindung von Schöpfertum und Trunkenheit anführen, doch stünde das Werk ohne die Anwendung von Narkotika sicherlich um vieles höher. Niemand kann behaupten, dass sich Schöpfertum in Abhängigkeit von erzwungener Anregung befinde. Es lässt sich an große Schöpfer erinnern, die sich durch ein harmonisches Leben auszeichneten. Im Altertum wurde Unmäßigkeit als Fesseln der Hölle bezeichnet, und in dieser Definition kam eine große Wahrheit zum Ausdruck. Gewiss, Zwang kann nur erniedrigen und begrenzen, natürliches, ungezwungenes Streben zum Schöpfertum ist dagegen unbegrenzt, da es dem Gesetz der Unbegrenztheit folgt. Wir müssen dies in Erinnerung rufen, damit die Menschen verstehen, wie schädlich jede Disharmonie ist. Wenn Harmonie nicht verstanden wird, führt dies zu einer Missgestalt des Lebens, doch in solcher Unwissenheit ist das größte Verbrechen begriffen. Es ist unmöglich, an Evolution zu denken, wenn schon die Menschen die Lebensgrundlagen zerstören. Besonders jetzt, an der Schwelle eines neuen Zeitalters, muss an die Gesundheit der Völker erinnert werden. Es erweist sich, dass jetzt, da das Vertrauen zerstört ist, es gänzlich unmöglich ist, über Gesundheit zu sprechen, doch jeder Lehrer muss über die Wege in die Zukunft sprechen. Das Beispiel des Denkers wird lehrreich sein. Als man Ihn der Sklaverei überantwortete, sprach Er von der Freiheit und der Harmonie des Lebens.

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