Bruderschaft II, § 207

Urusvati weiß, Wieviele die Energie des Gedankens nicht anerkennen. Zudem behaupten einige, dass die Ausbreitung des Gedankens äußerst begrenzt sei. Sie suchen zu beweisen, dass mechanische Radiowellen gewisse Schichten der Atmosphäre nicht durchdringen. Die Beobachtung ist richtig, doch sie ist nicht auf den unmittelbaren Gedanken des Menschen übertragbar. Dieser beinhaltet eine besondere Energie, die nicht mit denjenigen mechanischen Übertragungen verglichen werden kann. Die Saiten des Raumes sind dem Gedanken unterworfen, und es existiert kein Hindernis für den konzentrierten menschlichen Gedanken. Wenn Wir von der Gedankenübertragung über sehr weite Entfernungen sprechen, so haben Wir gerade den unmittelbaren Gedanken im Blick. Der Denker sprach: ‘Lernt es zu denken. Beginnt mit den einfachsten Überlegungen. Beginnt hierbei am besten, über die schönsten Gegenstände zu träumen. Lernt es zu träumen, indem ihr die geschaffenen Bilder richtig erlebt. Allein die Träume entwickeln die Vorstellungskraft. Wohin können wir denn ohne Vorstellungskraft gehen? Wie sollen wir die herrlichsten Vorstellungen ohne Vorstellungskraft ins Leben umsetzen? Können wir im irdischen Leben die Funken des überirdischen Strahlens hüten, wenn wir uns nicht daran gewöhnt haben, die Bilder festzuhalten? Wahrlich, das Streben zum Höchsten unterstützt die Vorstellungskraft.’ ‘Nichts bleibt ohne Bewegung. Und die Vorstellungskraft muss wachsen, da sie anderenfalls erlischt, und wer weiß, wann es gelingt, sie wieder zu entfachen? Ein Philosoph muss starker Vorstellungskraft mächtig sein. Ebenso kann ein Künstler ohne Vorstellungskraft nicht schöpferisch tätig sein. Die Fähigkeit zum Traum entwickelt sich in den Kindheitstagen, und so helft den Keimen des Denkens, sich zu entfalten.’ So sprach der Denker und bat Seine Schüler, Träumer zu sein. Auf diese Weise werden Staatsformen und das allgemeine Wohl gebildet – sie leben vorher in den Träumen.

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