Bruderschaft II, § 186

Urusvati weiß, dass die Menschheit sich die Krankheiten selbst geschaffen und sie noch vermehrt hat. Der Denker sagte dazu: ‘Die Natur fordert solche Leiden nicht, denen die Menschen sich selbst ausgeliefert haben. Sogar die Geburten bräuchten nicht schmerzhaft zu sein, und einige Frauen stellen das auch unter Beweis. Viele Generationen haben sich angestrengt, alle möglichen Krankheiten ins Leben einzuführen. Es ist nicht leicht, sich vorzustellen, wieviele Generationen es erfordert, alle Seuchen auszuleben. Nicht allein die Ärzte, sondern alle Menschen sollten übereinkommen, alle Krankheiten auszurotten. Es ist töricht anzunehmen, dass die Götter die Krankheiten im Sinne einer Bestrafung geschickt hätten. Man darf nicht meinen, dass die Höheren Kräfte in der Lage seien, Schuldige wie Unschuldige dem Leid auszusetzen. Offensichtlich ist jedoch, dass die Menschen selbst durch Unvorsichtigkeit und Verkommenheit die ansteckenden Krankheiten erzeugt haben.’ Ebenso sprach der Denker: ‘Manchmal sehen die Menschen auf Steinen, den Blättern der Bäume und in Gräsern verschiedene Gesichter. Es ist nicht möglich, dass Steine solche Ebenbilder des Menschen darstellen können, was bedeutet, dass diese Bilder im Bewusstsein der Betrachter entstanden sind. Doch auch die Vorstellungskraft braucht für die Bilder eine Grundlage. Und diese gibt es auch. Unsichtbare Wesen umgeben den Menschen, und das Bewusstsein nimmt sie wahr, ohne dass das Sehvermögen sie in die irdische Wirklichkeit übertragen könnte. Auf diese Weise suchen die Menschen in der sie umgebenden Natur nach Gesichtern, die bereits ihrem Bewusstsein eingeprägt sind. Viele unsichtbare – sowohl schöne wie entsetzliche – Gesichter umgeben den Menschen. Er nennt sie Gespenster, doch für sie ist er selbst genau solch ein Gespenst. Es wird eine Zeit kommen, da die Menschen anfangen werden, mit der unsichtbaren Welt zu verkehren.’ So bereitete der Denker Seine Zuhörer auf die Wahrnehmung der Feinstofflichen Welt vor. Er sprach ebenfalls: ‘Verurteilt die Hinübergegangenen nicht, denn was werdet ihr ihnen bei einer Begegnung sagen? Wer weiß denn, ob er ihnen nicht wiederbegegnen und von neuem neben ihnen leben wird? Bereitet euch lieber Freude.’

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