Urusvati weiß, wie dürftig die Zeugnisse über die bedeutendsten Persönlichkeiten der menschlichen Geschichte sind. Nicht nur menschliches Unrecht, sondern auch andere Ursachen unterstützen diese dürftige geschichtliche Überlieferung. Ist es nicht denkbar, dass die großen Persönlichkeiten selbst solche Eintragungen in die Papyrusrollen vermieden? Wahrhaftig, die Großen Lehrer hatten kein Interesse an Beschreibungen Ihres Lebens und vernichteten mitunter sogar Berichte über sich. Es ist sichtbar, dass die Grundlagen Ihrer Lehren geblieben sind, persönliche Lebensweisen jedoch nicht festgehalten wurden. Auch jetzt geben Wir das Grundwesen der Lehre wieder, ohne aber die unwesentlichen Züge des alltäglichen Lebens miteinzubringen. Wenden wir uns dem großen Philosophen Anaxagoras zu. Die Grundlagen Seiner Lehre, die über viele Jahrhunderte hinweg etwas Neues darstellten, sind bekannt. Auch heute kann die Lehre von der Unzerstörbarkeit der Materie als grundlegender Stoff nach wie vor als neu angesehen werden. Ebenso könnte Seine Vorstellung von der Höchsten Vernunft auch von den modernsten Gelehrten vorgebracht werden. Es wird sichtbar, wie wenig die Lebensbeschreibung des Philosophen Seinen Charakter als Mensch wiedergeben kann. Indessen war Er ein hervorragender Repräsentant einer bedeutenden Epoche. Er nahm die Verfeinerung des griechischen Denkens in sich auf. Er schätzte die Kunst, und oftmals half Er Perikles durch Seine Ratschläge. Auf diese Weise war Er der innere Hebel vieler Maßnahmen. Er besaß genügend Würde, um für den anderen einzutreten und die Verbannung einem Verlust der Ehre vorzuziehen. Ich bestätige, dass eine leuchtende Bewertung Seines Schaffens möglich wäre, doch Er wünschte nicht, dass vorübergehende Ereignisse festgehalten würden. Schon seinerzeit spürte Er im Inneren des Herzens Seine zukünftige Heldentat. Viele Große Lehrer verbanden die Lehrtätigkeit mit Ihrem zukünftigen Weg. So kann man eine ganze Perlenkette kostbarer Leben erkennen. Man darf sich dabei nicht wundern, dass einige ihrer Glieder mehr ins Dunkel getaucht sind; solche Vorläufe dienten nur einer verstärkten inneren Aufspeicherung.