Bruderschaft II, § 165

Urusvati weiß, wieviele unterschiedliche Eigenschaften für die Vervollkommnung erforderlich sind. Manchmal ist diese Sammlung von Eigenschaften dem menschlichen Verstand schwer fassbar. Nehmen wir beispielsweise die Unbezwingbarkeit des Navin, der ein zügelloses Volk führen musste. Er durfte sich nicht von schönen Aufgaben hinreißen lassen, sondern musste seinen ganzen Willen auf die Führerschaft konzentrieren, die nicht nur für ihn, sondern auch für das ganze Volk mit unaufhörlichen Gefahren verbunden war. Man kann sich einen Hirten vorstellen, der seine Herde durch ein Dickicht führen muss. Wieviel Gestrüpp muss er niederschlagen, um seinen Weg fortsetzen zu können! Wieviele Steine muss er vom Wege stoßen! Der Hirte hat die Aufgabe, seine Herde durch das Dunkel zu führen, doch viele Raubtiere drohen, und die Axt des Hirten wird dabei nicht überflüssig sein – so ist der Weg des Führers. Er sammelt Kühnheit, Entschlossenheit, Streben und Hingabe an. Nun lasst uns den Weg eines anderen Geistesführers und Schöpfers betrachten, nach dessen Namen eine ganze Epoche bester Errungenschaften benannt worden ist. Die Epoche des Perikles wurde eine der verfeinertsten Erscheinungen. Wissenschaft und Kunst wurden zur grundlegenden Bestrebung des Volkes. Perikles kannte sowohl den Aufstieg wie die Schläge des Schicksals. Um ihn sammelten sich die besten Geister. Solche Philosophen hinterließen der Menschheit eine ganze Epoche des Denkens. Unter den Freunden des Perikles kann man auch den Großen Wanderer nennen, der den unvergesslichen Nimbus einer Epoche des Wissens und der Schönheit in sich aufnahm. Solche Grundlagen bestätigen die Hingabe und führen zur Heldentat. Es wird sichtbar, wie die besten Geister miteinander verbunden werden, um sich dann auf dem Feld der Arbeit zu treffen. Äußerst aufmerksam muss man die Anhäufung der verschiedenen Fähigkeiten betrachten, da man in dieser Aufeinanderfolge die Züge der Weltenarchitektur finden kann.

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