Bruderschaft II, § 161

Urusvati weiß, dass der Große Wanderer oft durch die Kräfte der Finsternis gestört wurde. Selbst in den Schriften ist solche Bedrängung erwähnt. Man könnte fragen, auf welche Weise Ereignisse in den Schriften niedergelegt werden konnten, die ohne Zeugen stattfanden. Der Große Wanderer musste also selbst davon berichten – und so war es auch. Der Lehrer verheimlichte die Kämpfe, die sich um Ihn herum vollzogen, nicht. Anhand des eigenen Beispiels bereitete Er die Schüler auf die beständige Schlacht vor. Er sprach: ‘Jeder Mensch befindet sich unausgesetzt in drei Schlachten. Er kann sich in völliger Ruhe wähnen, obwohl er in dem Moment an drei Schlachten gleichzeitig teilnimmt.’ Die erste wird diejenige zwischen dem freien Willen und Karma sein. Nichts kann den Menschen von der Teilnahme an den Zusammenstößen dieser beiden Prinzipien befreien. Die zweite Schlacht tobt im Umkreis des Menschen zwischen entkörperten Wesen des Guten und des Bösen. So wird der Mensch ein Opfer der einen oder der anderen. Man kann sich unmöglich die Wut der Finsteren vorstellen, die sich des Menschen zu bemächtigen suchen. Die dritte Schlacht lärmt in Unendlichkeit im Raume zwischen den feinstofflichen Energien und den Wogen des Chaos. Für die menschliche Vorstellungskraft sind solche Schlachten in der Unbegrenztheit unfassbar. Zwar begreift der menschliche Verstand irdische Zusammenstöße, doch beim Blick in den blauen Himmel vermag er sich nicht vorzustellen, dass dort mächtige Kräfte und Wirbelwinde toben. Erst wenn er die irdischen Gefühle beherrscht, ist der Mensch fähig, über die unsichtbaren Welten nachzudenken. Man muss sich an solche Gedanken gewöhnen. Nur sie lassen den Menschen zu einem bewussten Teilhaber unbegrenzter Kräfte werden. Denkt darüber nach, beständig vor dem Antlitz der Unbegrenztheit zu stehen. Die erhabensten Worte können das Höchste nicht zum Ausdruck bringen. Und nur während kurzer Momente vermag das Herz in Begeisterung der Erkenntnis erzittern. Lernt es, solche Augenblicke im Gedächtnis zu bewahren, da sie der Schlüssel für die Zukunft sind. Es ist unmöglich, sich die Fülle all der unzählbaren Welten vorzustellen, doch der Lehrer führt einen dazu hin. Lernt es, Ihm Vertrauen zu schenken, denn ohne diese Brücke gibt es kein Vorwärtsschreiten.

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