Urusvati ist in der Lage, die Züge des Großen Wanderers einem Künstler zu beschreiben, der die Gabe besitzt, menschliche Antlitze darzustellen. Auch mit nur wenigen allgemeinen Zügen kann eine solche Darstellung festgehalten werden. Erinnern wir uns nochmals Seiner Züge: dunkelblondes Haar, ziemlich lang und an den Enden etwas dunkler, leicht gewellt und in betontere Locken übergehend. Die Stirn ist hell und weit, ohne Falten. Die Augenbrauen etwas dunkler als das Kopfhaar, doch nicht stark ausgeprägt; die Augen sind blau mit leicht gehobenen Winkeln, die Wimpern verleihen ihnen Tiefe. Die Wangenknochen leicht betont, die Nase nicht sehr groß und einigermaßen weich, der Mund ist nicht sehr groß, doch die Lippen gut gefüllt. Der Oberlippenbart ist nicht stark und lässt den Mund frei. Auch der Bart ist nicht lang und am Kinn leicht geteilt. Diese Züge erweckten die Liebe zum Lehrer, doch war es weniger deren Schönheit als deren Ausdrucksfülle, die den Lehrer in Erinnerung bleiben ließ. So sollte auch jeder, der sich dem Lehrer nähert, von Liebe erfüllt sein. Ehrung und Hochachtung sind ohne Liebe nicht wirksam. Mancher meint, dass Liebe die Ehre herabsetzen würde. Diese irrige Auffassung beruht auf einem Unverständnis des höchsten Gefühls. Nur der ist Schüler, wer seinen Lehrer liebt. Jede Annäherung hat als Grundlage entweder Liebe oder Furcht, doch Furcht ist dort nicht angebracht, wo man zum Licht strebt. Urusvati erinnert sich daran, wie sie im Lotussitz über dem See schwebte. Trotz aller Zerbrechlichkeit einer solchen Handlung fühlte sie keinerlei Angst. Dies ist ein Beispiel der Furchtlosigkeit im Streben zum Lehrer. Allein die Liebe kann solche Furchtlosigkeit vermitteln. Es ist äußerst notwendig, solch flammende Liebe in sich zu entwickeln. Sogar die Gesundheit nimmt unter diesem höchsten Gefühl zu. Man kann unmöglich ohne das Band der Liebe all den Anstürmen des Chaos widerstehen. In der Erinnerung an das Antlitz des Lehrers kann man von Liebe durchdrungen werden. Dabei muss man dessen eingedenk sein, dass es gegenüber Einzelnen aus der Bruderschaft der Großen Lehrer keine ausschließende Liebe geben darf. Der Schüler wird seinen persönlichen Lehrer haben, doch wird er sich auch den anderen Lehrern in Liebe zuwenden. Der erwählte Lehrer wird ihm am nächsten sein, doch im Wissen um die Heldentaten der anderen Lehrer wird das innige Gefühl der Liebe zu Ihnen lebendig sein.