Bruderschaft II, § 138

Urusvati weiß, dass Wir niemals die Vergangenheit bedauern. Kostbar ist das Streben in die Zukunft. Besondere Energie wird angezogen, wenn der Gedanke in der Zukunft lebt. Die glänzendste Vergangenheit ist nicht mit den Möglichkeiten der Zukunft vergleichbar. Die Wissenschaft bestätigt, wie heilkräftig der Gedanke an die Zukunft ist und wieviel Gift in der Klage über die Vergangenheit verborgen ist. Wir schlagen vor, die Vergangenheit zu kennen, doch unser Herz muss vom Streben in die Zukunft erfüllt sein. Nur durch solches Denken entwickelt sich die Fähigkeit, die besten Möglichkeiten der Menschheit zu erkennen. Glaubt nicht, dass die Absage, sich nicht in die Vergangenheit zu versenken, leicht sei. Man muss viel Wissen ansammeln, um die Evolutionsspirale zu erkennen, die unaufhaltsam vorwärtsstrebt. Die Menschen richten ihre Aufmerksamkeit gewöhnlich auf den gestrigen Tag und kommen nicht darauf, dass jeder Morgen neues Wissen bringt. Unter jeder Art menschlicher Verhältnissen ist jeder herankommende Tag voll neuer Ansammlungen. Die Nacht bringt den Verkehr mit der Feinstofflichen Welt und eine Erneuerung der Energie. Auch wenn die Menschen sich nicht an ihre nächtlichen Errungenschaften erinnern, so spüren sie doch des Morgens das Anwachsen der Kräfte. Forscher erklären dies auf beschränkte, materialistische Weise, doch erfahrenere Beobachter erkennen andere Ursachen. Ich spreche vom Vorzug jener, die jeden Morgen als einen Beginn neuer Erfahrung begrüßen. Gerade die Hymne des Pythagoras bei Sonnenaufgang war ein Gruß an den Beginn neuer Erkenntnis. Bei solch einem Höhenflug des Denkens kann es kein Bedauern der Vergangenheit geben. Der Gedanke an die Freiheit der Geisteskräfte kann zu schöpferischer Freude führen. Wir bedauern die Vergangenheit nicht.

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