Bruderschaft II, § 115

Urusvati erinnert sich, dass sich durch eine einzige Berührung ihrer Hand der Zustand eines anderen Menschen gewandelt hat. Es ließe sich beobachten, dass auch Wir die Gedankensendungen ergänzen, indem Wir die linke Hand emporheben. Gewiss kann man bisweilen auch einen eher niederen Magnetismus mit einbringen, der sich an den Fingerspitzen befindet. Man muss aber grobe Magnetisierung von der Verstärkung einer Gedankensendung unterscheiden. Bei Uns ließe sich sehen, wie eine bestimmte Art von Sendungen im Stehen mit erhobener Hand erfolgt, andere hingegen eine ruhige Position in einem Sessel erfordern. Hierbei werden in der Regel die Hände entweder über der Brust gekreuzt oder auf die Knie gelegt, um ein Abfließen des Magnetismus zu verhindern. Solche unterschiedlichen Haltungen des Körpers zeigen, wie sehr die psychische Energie sich mit den übrigen Körperfunktionen verbindet. Gerade jetzt erhalten solche Hinweise besondere Bedeutung, da man beginnt, die Gedankensendungen zu erforschen, ohne aber die Begleitumstände zu beobachten. Im Osten richtet man die Aufmerksamkeit nicht nur auf die physische Haltung, sondern auch auf viele hinzutretende äußere Umstände. In alten Aufzeichnungen finden sich viele symbolische Redewendungen, deren Sinn jedoch heute verlorengegangen ist. Der uralte Brauch der mündlichen Überlieferung besaß einen tiefen Sinn. Die Lehre wurde von einer bevollmächtigten Person übermittelt und bedurfte keiner symbolischen Verschlüsselungen. Indessen können verschlüsselte Aufzeichnungen verhängnisvolle Irrmeinungen schaffen. Die dunklen Wolken der Unwissenheit können Bruchteile des Übermittelten in sich bergen. Eine vorsätzliche, böse Behauptung ist imstande, sogar das Offensichtlichste zu verzerren. Man kann sich vorstellen, welche Anstrengungen erforderlich sind, um das Denken auf einen Weg vernunftgemäßer Beseitigung aller schändlichen Entstellungen zu lenken. Es ist sichtbar, dass viele nicht verstehen, wie sehr sie ihre Kräfte beanspruchen in dem Wunsch, den Zustand der ihnen Nahestehenden zu beeinflussen. In naher Zukunft wird ein Anschlag auf die seelisch-geistige Verfassung eines Nächsten verurteilt werden. Die Beschädigung eines Musikinstrumentes wird verurteilt, doch um wieviel mehr sollte die Verfassung des Menschen geschützt werden! Ein gestörter Gefühlszustand lässt sich nicht so rasch beseitigen. Die Verletzung der menschlichen Verfassung darf nicht von neuem beginnen.

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