Bruderschaft II, § 107

Urusvati weiß, dass die meisten Krankheiten durch Suggestion entstehen. Es wird viel über Autosuggestion gesprochen, doch weniger Aufmerksamkeit widmet man der Suggestion auf Entfernung. Mittels des Gedankens kann man auf Entfernung hin Krankheiten behandeln, doch genauso auch hervorrufen. Solch ein Umstand wird zukünftig erforscht werden, doch jetzt halten es nur wenige für möglich, dass eine Krankheit mittels eines Gedankens über weite Entfernung hinweg verursacht werden kann. Hierbei ist es besonders bemerkenswert, dass der Gedanke direkt oder indirekt sein Ziel erreichen kann, doch die Pfeile dringen in die Zellen ein, die sich dann zu einer Erkrankung organisieren. Der Begriff des sogenannten bösen Blickes hat eine uralte Grundlage. Ein solcher indirekter Gedanke war vielleicht nicht darauf ausgerichtet, eine bestimmte Erkrankung hervorzurufen, doch die Energie des Bösen wird den Organismus an seiner schwächsten Stelle verletzen oder ihn seines Selbstschutzes berauben. Es ist lehrreich zu beobachten, dass ein Gedanke nicht nur äußere Krankheitssymptome verursachen, sondern auch ruhende Krankheitskeime veranlassen kann, aktiv zu werden und das Werk der Zerstörung zu beginnen. Ist das etwa kein Beweis der Gedankenenergie? Eine Unzahl solcher Gedankensendungen irren auf der Erde umher. Die Ärzte vermuten, dass Infektionen allein auf mechanischem Wege erfolgen, vergessen jedoch die hauptsächliche, treibende Kraft gleichartiger Infektionen. So sollte die Wissenschaft des Gedankens als überaus vielschichtig aufgefasst werden. Radiowellen können sich gegenseitig stören, und Gedankensendungen können unerwartete Verwirrungen hervorrufen. Die Menschen bemerken sie nicht, aber dadurch ist noch nicht bewiesen, dass solche Erscheinungen nicht existieren. Es existiert vieles, was noch nicht bemerkt wird. Ihr könnt euch jetzt vorstellen, wie kompliziert Unsere Arbeit ist, wenn Wir nicht nur Gedankensendungen verstärkend unterstützen, sondern auch jenen vielen bösen Elementen Einhalt gebieten müssen, welche Seuchen in Umlauf bringen. Wir können beobachten, wie sehr die Menschen gefährliche irdische Krankheiten selbst erzeugen. Im wahrsten Sinne des Wortes verhexen sie sich gegenseitig. Solche Einwirkungen wurden ehemals der Zauberei zugeschrieben, doch von solchen Hexenmeistern des Denkens gibt es mehr, als man meint. Gerade jetzt entwickeln sich ungewöhnliche Krankheiten. Die Menschen bemerken sie nur schwerlich und wollen nicht über die Ursachen nachdenken. Aus spießbürgerlicher Sicht könnte man sagen, dass ja nichts Neues passiere. Man darf jedoch nicht vergessen, dass gerade jetzt viele verdichtete Energien in das Alltagsleben Eingang finden und das menschliche Denken dadurch neue Impulse erhält. Viel Neues, gerade über sich selbst, sollte der Mensch erfassen.

‹ § 106 · Inhaltsverzeichnis · § 108 ›