Agni Yoga, § 52

Das Wort Reue gibt es im Senzar-Wörterbuch nicht. Es ist durch einen euch bekannten Ausdruck – vernünftige Zusammenarbeit – ersetzt worden. Denkt über die wesenhafte Scheinheiligkeit in dem Begriff Reue nach. Es ist am einfachsten, dem Menschen das Wesen der Reue an einem medizinischen Beispiel zu veranschaulichen. Durch Gedankenverdrehung verwundet der Mensch seinen Bruder, doch weder Worte noch Gedanken können die Wunde heilen. Durch beharrliche Anstrengung wird man das zerrissene Gewebe ausbessern müssen. Für die Wiederherstellung der Zielstrebigkeit ist es notwendig, eine weise Zusammenarbeit unter Beweis zu stellen. Die Folgen einer Tat können nur durch Wiedergutmachung geheilt werden. Weder mündliche Beteuerungen noch Eide sind von Bedeutung. Wer seine Torheit eingesehen hat, kann sie mit gesundem Urteil zudecken. Durch feinfühlige Zusammenarbeit kann man die Torheit beilegen und versickern lassen. Einen reuigen Sünder für eine Bezahlung lossprechen, ist wohl das abscheulichste Verbrechen. Ist dieses Bestechen der Gottheit nicht schlimmer als die ersten Formen des Fetischismus? Diese abschreckende Frage muss von allen Seiten beleuchtet werden. Sonst wird die menschliche Wäsche sehr schmutzig bleiben.

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