Die Lehre der Weisheit ist kein Lehrbuch mit nummerierten Seiten. Die Lehre ist eine allen Bedürfnissen angepasste Lebensvorschrift. So wie dort, wo sich genügend Elektrizität sammelt, der Blitz auflodert, so eilt der Befehl dahin, wo sich eine Möglichkeit ergibt. Die allgemeine Einheit bestätigend, muss die Lehre des Lebens jeder Individualität Antwort geben. Die Lehre bietet eine Lösung der Alltagsprobleme. Manchmal scheint es, als käme die Lehre auf frühere Themen zurück. Doch wenn ihr diese Weisungen vergleicht, werdet ihr feststellen, dass sie ganz verschiedene Lebenserscheinungen berühren. Die äußeren Anzeichen sind bedeutungslos. Die Menschen vermögen aus verschiedenen Gründen zu erblassen oder zu erröten. Lasst uns die maßgebenden Lebensbedingungen weit voraussehen, doch überlassen wir die Einzelheiten dem Lauf des Karmas. Man kann den Hauptstrom oft wechseln, während die Einzelheiten das Merkmal eines vorbestimmten Karmas aufweisen. Solche Einzelheiten haben keine entscheidende Bedeutung, obgleich sich die Menschen gewöhnlich gerade ihrer erinnern und entsprechend urteilen. Gleichfalls kann man von den Aufträgen oder Versuchen keinen gleichen Einsatz und Verlauf erwarten. Wieder bedeutet Augenscheinlichkeit nichts. Der Befehl sieht alle Möglichkeiten voraus, obwohl sie in der Erscheinung ganz verschieden sind. Die Gefahr liegt anderswo. Oft verliert ein Mensch, wenn er eine Möglichkeit meistert, die Beziehung zu ihr. Er trägt die festliche Blume als etwas Gewöhnliches ins Alltagsleben. Natürlich, Blumen erfreuen immer, doch ist es besser, das Leben in ein Fest des Geistes zu verwandeln, als die Blumen mit dem Staub des Alltags zu bedecken. Wieder nähern wir uns dem Leben, als dem Kelch eines wundervollen Heilmittels. ‘Man trinke das Gift der Welt, um mit voller Macht wiedergeboren zu werden!’ Dieses Symbol stammt aus alten Legenden. Wir begegnen ihm in Ägypten, in Griechenland. Shiva selbst erinnert daran; eine ganze Kette von Erlösern trägt den Kelch des Giftes, ihn in Amrita verwandelnd. Wenn Wir sagen: ‘Seid ungewöhnlich und beraubt euch nicht des Kelches der Heldentat’, so verweisen Wir darauf, euer Leben nicht zu verfinstern und den Kelch nicht zu verschütten. Ich bestätige, dass euch viel gesandt wird. Jedes Teilchen – verstanden und angewandt – wird neues Leben verleihen. So beachtet den Regen der Möglichkeiten und freut euch über den Regenbogen.