Agni Yoga, § 261

Wer das Leben schätzt wird kein Held sein. Wer sein Leben nutzlos wegwirft, wird kein Held sein. Der Held trägt das Gefäß behutsam, bereit, es für den Aufbau der Welt darzubieten. Wieder finden wir das gleiche Gegengewicht. Ein Yogi wird dies verstehen. Er wird den Wert von Enthaltsamkeit verstehen und diese mit Unersättlichkeit vereinen. Wahrlich, unersättlich in der Heldentat ist der Held. Er hungert nach Taten und ist jede Stunde bereit zu entsagen. Geistig tätig, reißt er sich nicht von der Erde los. Unaufhaltsam ohne Rückzug wird er Begonnenes nicht aufgeben und wird nichts um persönlichen Vorteil willen unternehmen. Lasst uns dies erkennen, um zwischen unserer eigenen Befriedigung und der Forderung des Allgemeinwohls zu unterscheiden. Die Grenzlinie zwischen Selbstgefälligkeit und Schaffen für die Evolution der Welt ist sehr schmal. Nur ein hohes Bewusstsein kann die inneren Beweggründe erkennen. Nur ein hohes Bewusstsein wird sich widersprechende Urteile nicht beachten. Die Logik hat viele Wörter vergiftet. Zur Entscheidung gelangt man durch den Austausch von Wörtern, aber nicht in bezug auf deren Bedeutung. Die Lehre vermag die Augen zu öffnen, wenn sie im vollen Sinne angenommen wird. Man kann über die Lehre hinwegschreiten wie über die Fliesen eines verzierten Bodens. In der Finsternis ist das Muster unsichtbar; um es zu erkennen, bedarf es des Lichts. In der Finsternis scheint das Muster unwichtig – passend für einen leichtfertigen Tanz. Die heiligsten Symbole können von den Füßen der Unwissenheit niedergetreten werden. Nicht das Auge, sondern das Bewusstsein mahnt zur Vorsicht. Würden wir das Werk des Lehrers in irgendeiner Weises behindern? Die Freude der Entsagung wurde im Namen des Lehrers wie zu einem leuchtenden Regenbogen. ‘Herrscher, nimm an meine Habe, wenn sie Dir von Nutzen ist!’

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