Agni Yoga, § 231

Man darf die Menschen nie in den eigenen Hof locken. Auch die Großen Lehrer füllten den Kelch der Umwandlung bis zum Rand, fürchtend, dass die Lehren nicht übertragen werden könnten. Doch jede Lehre wird zu einer bestimmten Frist übergeben. Sie durchdringt den Raum und sendet Emanationen aus, die ungeahnte Wege beschreiten. Wir sehen, wie vieles, was in weitem Maß bejubelt wurde, in der ersten Welle der Verwirrung unterging. Doch es ist erstaunlich, zu beobachten, wie die unsichtbare Saat aufgeht. Oft wurde ein verspottetes Buch beiseitegelegt, um die geziemende Achtung zu erlangen. Auch das Verbrennen von Werken steigerte deren Einfluss. Man sollte nicht die Verfolgung fürchten, sondern eher die Anerkennung! Dies muss wiederholt gesagt werden, denn die Menschen sind von der sklavischen Unterwürfigkeit der Masse überwältigt und erkennen die völlige Nutzlosigkeit von gelegentlichem Auflauf nicht. Einem Yogi obliegt es, die Worte der Lehre sparsam, doch weise zu übermitteln. Allen alles zu geben, bedeutet, im Raum selbst Unheil zu stiften. Mögen wenige, doch feste Stämme den künftigen Wald bilden; denn kleines Gebüsch verzehrt einander und erzeugt bösartige Wesenheiten. An allen Naturerscheinungen kann man die Spuren des Wachstums höherer Organismen studieren. Wir bezeichnen die Entstehung und Verkörperung des Gedankens als höhere Organismen. Gedankensplitter sind natürlich nichtig, doch der beständige und genaue Gedanke vermag ein Pfeiler der Lehre zu sein.

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