Agni Yoga, § 222

Der freie Wille begünstigt viele Widersprüche. Der eine macht daraus Konzessionen, der andere verwandelt ihn in Verantwortungslosigkeit, ein dritter in großspurigen Eigendünkel. Nur wer die Disziplin des Geistes erfahren hat, kann erkennen, wie streng die Wirklichkeit der Freiheit sein kann. Der Niedergang der Freiheit kann als der Festtag der Unwissenheit bezeichnet werden. Die Menschen können sich weder mit der Hierarchie des Wissens abfinden noch können sie die Strenge des Willens schätzen. Doch wäre Yoga möglich, wenn es keine Verantwortlichkeit des Willens gäbe? Als ob er Schwerter über seinem Herzen kreuzte, so verantwortlich ist jeder Yogi für seine Willenstat. Die Folgen, die sich aus dem Willen eines Yogis ergeben, können unsagbar schwerwiegend sein, doch er weiß, warum er sie wählte. So mag man sich den Yogi als einen unermüdlichen Kämpfer vorstellen. Wer immer einen festen Willen hat, möge eintreten!

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