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AY, § 10.

In Einsamkeit, dem Besitz entsagend, weder betrübt noch sein Schicksal beklagend, frohlockt der Kühne. So wollen Wir mit der Übersetzung Unseres alten Buches über die Kühnheit beginnen. Spielt ein Kind mit einem Kätzchen, freut sich die Mutter über seinen Mut und will nicht wahrhaben, dass das Kätzchen noch blind ist. Treibt ein Junge mit der Seele seines Kameraden seinen Spaß, staunen die Zuschauer ob seiner Kühnheit, ohne die Fesseln der elenden Seele zu bemerken. Klagt ein Mann öffentlich einen Gerichtshof an, bewundern die Zeugen seinen Mut, ohne wahrzunehmen, dass das Wagnis seiner Drohung mit klingendem Gold erkauft wurde. Wenn ein Greis, den Tod verhöhnend, sich über sein Alter tröstet, ergötzen sich seine Freunde, nicht eingedenk, dass Furcht die Maske des Hohnes formte. Wagemut wird von den Menschen gewöhnlich nicht beachtet, weil er seinem Wesen nach ungewöhnlich ist. Ungewöhnliches bedeutet eine Erschütterung für das Herz. Wo bist du, der du überwunden hast? Wo bist du, der du Schrecken in einen Sprung lichtwärts verwandeltest? Höre, der du wagst! In der Tiefe der Nacht werde Ich Mich nähern, um deine Sandalen zu segnen. Ich werde dein Kissen mit Lichtfunken bestreuen; denn der Schlaf des Kühnen ist wie das Verklingen der Laute, wenn die sieben Saiten voller Geheimnis sind. Der Schlaf des Kühnen gleicht der Stille vor dem Wirbelwind, wenn selbst die zartesten Halme unbewegt verharren. Lässt das Brüllen des Löwen die Welten erbeben? Nein. Kühnheit ist erwacht, und der königliche Lotos des Geistes entfaltet sich. Brüder, sammeln wir uns in der Halle der Freude! Die Blume ist erblüht, emporgerichtet ist das große Rad. Unsere Freude steigt hinab zu den niederen Welten und empor zu den Brüdern im Überirdischen. Wir singen der Kühnheit unser bestes Lied.
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