AUM, § 365

Bei Gewitter können folgende zwei menschliche Extreme beobachtet werden – manche vergraben sich vor Schrecken in ein Federbett, andere laufen kühn umher und setzen sich damit der Gefahr des Blitzschlages aus. Ebenso verhalten sich die Menschen bei der Vorstellung über die Höhere Welt – manche fallen der Scheinheiligkeit anheim, andere der Entweihung. Aber überaus selten fasst der Mensch die Höhere Welt als natürliche Begleiterscheinung auf. Die Menschen werden zum Verstehen der Daseinsgrundlagen nicht erzogen. Selbst die wissenschaftlichen Errungenschaften sind ihnen fremd und fördern nicht die Umgestaltung ihres Lebens. Es ist unerlässlich, über die Höhere Welt zu sprechen. Man sollte nicht meinen, die Belehrungen über sie wären in die Herzen der Menschen hinlänglich eingedrungen. Es könnten neue Methoden gefunden werden, damit die Größe des Daseins im Bewusstsein zu unbegrenztem Verstehen führt. Man muss diese Beobachtungen allmählich liebgewinnen, um ohne Ermattung und Verflachung im Herzen selbstlos zu streben.

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