AUM, § 319

Viele Drachen stehen Wache, um jedes Vorankommen zu behindern. Vielfarbig sind diese Ungeheuer! Das widerlichste ist der graue Drache der Alltagsgewohnheit. Er möchte selbst die erhabenste Vereinigung zur bedeutungslosen grauen Spinnwebe machen. Jedoch sogar im Alltagsleben verstehen es die Menschen, sich die Frische der Erneuerung zu bewahren. Die Menschen waschen sich täglich und fühlen sich für die bevorstehende Aufgabe erfrischt. Ebenso sollten geistige Waschungen nicht zu staubiger Plackerei werden. Wenige verstehen es, den Drachen der Alltagsgewohnheit zu besiegen. Aber diese Helden verzehnfachen ihre Kräfte und erheben jeden Tag ihre Augen erneut gen Himmel. Da es Unbegrenztheit gibt, gibt es für den Geist des Menschen nicht einen Augenblick der Alltäglichkeit. Ein einzigartiges Gefühl kann Freude erwecken. Aber höchste Vereinigung kann nicht zu etwas Alltäglichem werden. In Unbegrenztheit gibt es keine Langeweile, aber in menschlichen Beschränkungen. Lasst es nicht zu, dass der graue Drache triumphiert; er ist nicht wirklich stark, seine Widerwärtigkeit besteht nur in der Hässlichkeit der Gewohnheit. Wo Schmutz und Hässlichkeit verbannt werden, kann der graue Drache nicht bestehen. Daher ist Sieg über die Alltagsgewohnheit Achtung vor der Höheren Welt.

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